Du wirst immer ein Teil von mir sein, ganz egal wie viele Jahre vergehen

Unsere Trennung ist nun eine Weile her. Und ich muss sagen: ich komm ganz gut zurecht.

Am Anfang lag ich jeden Tag da, weinte mich in den Schlaf, trank viel Alkohol & nervte alle meine Freundinnen mit dir. Ich vermisste alles an dir. Und hatte das Gefühl in meinen Schmerzen zu versinken. Doch nun geht es mir gut.

Jeder Tag der Woche ist durchgeplant mit Ablenkung. Einkaufen hier, Freunde treffen da. Jeder Tag ist vollgepumpt mit tausend Sachen, die mich bis zum schlafen gehen beschäftigen, nur um nicht an das frühere „uns“ zu denken.

Doch dann gibt es Tage, an denen ich einsam in meiner Wohnung sitze & dich immer noch vor mir sehe. Wie du auf der Couch liegst & mich anlächelst. Wie du unter der Dusche stehst & ich dich voller Vergötterung beobachte. Wie wir zusammen essen kochen. Wie wir im Bett liegen & stundenlang reden & kuscheln & dann stürzt die Mauer, die ich mir aufgebaut habe, wieder ein.

Alle Erinnerungen kommen & ich will mein Handy nehmen & dich anrufen. In mein Auto steigen & zu dir fahren. Dich fragen wie es dir geht, dich einfach in den Arm nehmen und deine Nähe genießen, die ich jeden Tag vermisse & es unterdrücke. Aber es geht nicht.

Warum kann man einem Ex Freund nicht einfach anrufen? Warum nicht einfach fragen wie es ihm geht? Das macht man einfach nicht, sagen meine Freunde. Warum eigentlich? Wir waren früher die besten Freunde, haben die intimsten Sachen geteilt & nun darf ich nicht einfach fragen wie es dir geht, weil wir getrennt sind? Wer macht diese Regeln? Ich will nicht wieder um dich kämpfen, dich nerven oder ärgern, indem ich mich melde. Ich würde gern so etwas wie Freundschaft haben oder wenigstens einmal im Monat fragen, ob alles in Ordnung ist. Aber sowas macht man nicht..

Oft genug habe ich überlegt, ob ich es trotzdem tun soll. Aber ich habe Angst. Angst davor, dass du nicht antworten würdest, wenn ich dir schreibe. Einfach auflegen würdest, wenn ich dich Anrufe. Mir die Tür vor der Nase zuschlägst, wenn ich davor stehen würde.

Deshalb reiße ich mich wieder zusammen.

Stehe auf & suche mir schnell Ablenkung, um nicht wieder im Schmerz zu versinken.

Wie lange werde ich noch ständig abgelenkt sein müssen, damit ich nicht zerbreche, bevor ich endlich wieder alleine zuhause sitzen darf, ohne an dich zu denken?

Es zerreißt mich innerlich, wenn ich daran denke, wie nah wir uns standen. Niemand auf der Welt kennt mich besser als du & dich kennt niemand besser als ich. Ich weiß alles über dich, deine guten Seiten, deine schlechten und all deine anderen Facetten. Ich habe dir meine tiefsten und dunkelsten Geheimnisse und Gedanken anvertraut. Es gibt niemanden, bei dem ich mich so geborgen & beschützt fühle, wie bei dir. Und nun sind wir getrennt und alles ist vorbei? Wie kann es vorbei sein, wenn wir so viel miteinander teilten? Du wirst immer ein Teil von mir sein, ganz egal wie viele Jahre vergehen & ich erinnere mich gern an diesen Teil zurück.

Ich würd gern wissen, was du machst & wo du steckst. Aber – „Das macht man ja nicht“.

„Vanni W.“

Starke Gedanken :