Auch wenn sie es nicht als Erste sagen wird – sie vermisst dich!

Ich habe mal irgendwo gelesen, dass der Unterschied zwischen Männern und Frauen, wenn es darum geht, jemanden zu vermissen, darin besteht, dass Frauen die ganzen Gefühle sofort spüren. Männer dagegen brauchen etwas länger, um zu begreifen, dass ihnen „etwas“ im Leben fehlt..

Also fragte ich mich, wenn das stimmt, warum verlieren und vermissen sich die Menschen dann überhaupt gegenseitig?

Mit der Zeit kommt es doch sowieso zu einer gescheiterten Beziehung. Zwei Herzen werden verletzt. Zwei Menschen gehen auseinander. Ego und Stolz überlagern echte Gefühle, was zu einem Schweigen führt, das von Tagen über Wochen bis hin zu Monaten andauert.

Und dann wird einem klar, dass die Person, die man so gut wie niemand sonst kannte, zu einem Fremden geworden ist.

Wir brechen uns gegenseitig das Herz, indem wir unsere Gefühle verstecken. Dann die Momente der Verletzlichkeit. Die Momente, in denen wir etwas sagen möchten. Aber wir tun es nicht. Die Momente, in denen wir es richtig machen wollen. Nur macht niemand diesen Schritt.

Wir warten darauf, dass die andere Person den ersten Schritt macht.

Auf diese Weise wird man mit der Person, die man liebt und für die man sich interessiert, fremd.

Wenn du dich also fragst, warum du noch nichts von ihr gehört hast oder wenn du dich fragst, ob sie dich vermisst, oder wenn du dich fragst, wo sie ist oder mit wem sie zusammen ist oder neben wem sie nachts schläft… dann tu etwas dagegen.

Die Antwort ist JA. Wie könnte sie jemanden wie dich nicht vermissen?

Tatsächlich versucht sie nichts anderes, als sich zu beschäftigen, um nicht an dich denken zu müssen. Dabei tut sie alles, um sich von ihrem Schmerz zu lösen. Sie vermisst dich, auch wenn sie es nicht sagt.

Wenn du sie also auch vermisst…

Sag doch bitte etwas. Tu etwas. Verliere nicht jemanden, der sich für dich interessiert, da sie es nämlich immer noch tut. Und das wird wahrscheinlich auch immer so bleiben.

Weil sie dich nämlich wirklich sehr vermisst. Aber sie versucht bloß, stark zu sein. Eigentlich hat sie eine Liste von Dingen, die sie gerne sagen würde, aber sie lässt das Schweigen über das, was in ihrem Herzen ist, sie überwinden.

Sie folgte ihrem Herzen und es führte sie allein in die Sackgasse. Jetzt folgt sie ihrem Kopf, aber das ist für jemanden wie sie vollkommen unnatürlich. Sie kämpft gegen sich selbst, und sie glaubt, wenn du sie vermissen würdest, würdest du es ihr sagen.

Tatsächlich ärgert sie das Schweigen, und obwohl ihr Leben eher ruhig erscheint, ist es doch das Schweigen, das sie verfolgt.

Seit Tagen hat sie niemanden mehr erreicht, und wenn ihr Telefon klingelt, wünscht sie sich immer nur, dass sie deinen Namen sieht. Aber es sind nur enge Freunde, die sich fragen, wie es ihr geht.

Sie versucht, stark zu sein. Aber alles, was mit deiner Abwesenheit zu tun hat, zwingt sie in die Knie, während sie sich nachts hin und her wälzt.

Sie denkt, Zeit, Raum und Entfernung seien das Beste, aber wie kann etwas, das so sehr schmerzt, das Beste sein?

Sie will keine Zeit, Gefühle und Energie in jemanden investieren, der sie nicht auch vermisst. Deshalb versucht sie, ein tapferes Gesicht zu zeigen. Aber es kostet sie viel Mühe, so stark zu sein.

Es bringt sie um, nicht von dir zu hören. Es bringt sie um, dass sie dich so vermisst, wie sie es tut. Sie glaubt, dass sie dir nichts bedeutet. Sie glaubt, dir ist das Ganze scheißegal.

Wozu jemanden vermissen, der dich nicht vermisst?

Ich weiß, dass du sie auch vermisst. Ich weiß, dass du dich fragst, was sie wohl momentan so macht. Denn wenn man zu jemanden eine emotionale Verbindung aufbaut, beeinträchtigt das Verlassen nicht nur die eine Seite, sondern alle Beteiligten.

Du hast nicht nur ihr Leben beeinflusst, sondern sie hat auch deins beeinflusst.

Ich weiß, dass du es vermisst, ihr Geschichten zu erzählen. Ich weiß, dass du die stundenlangen Gespräche vermisst, die die Tage schneller vorbeigehen ließen. Du vermisst ihre Weisheit. Ihre Ratschläge. Ihre Hinweise. Du vermisst es, etwas zu erleben und es mit ihr zu teilen.

Alles, was du nun siehst, erinnert dich an sie. Ich weiß, dass du die Zeit vermisst, die ihr zusammen verbracht habt, während sich diese Erinnerungen in deinem Kopf wiederholen. Es sind die kleinen Dinge, die sich einem in den Sinn schleichen.

Und du tippst eine Nachricht, nur um sie zu löschen, obwohl ein Teil von dir auf „Senden“ drücken will. Aber du wartest darauf, dass sie diesen Schritt macht.

Jeder von euch wartet darauf, dass jemand diesen Schritt macht.

Jedem von euch bedeutet diese Sache noch etwas.

Doch keiner von euch unternimmt etwas dagegen.

Ihr seid nicht einfach so in das Leben des anderen gekommen, um zu einer weiteren traurigen Geschichte zu werden, die ihr beide später bereut. Ihr seid so viel mehr als das. Ihr seid so viel besser als das.

Und ich weiß, dass ihr euch immer noch füreinander interessiert. Ich weiß, dass du sie auch vermisst.

Und wenn du fragst, woher ich das weiß, dann, weil sie diese Dinge auch fühlt, sie schweigt, weil sie sich weigert zuzugeben, dass du eines der besten Dinge warst, die ihr je passiert sind…

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