Borderline – Die emotional instabile Persönlichkeitsstörung

Borderline – Die emotional instabile Persönlichkeitsstörung

Bei Borderline (emotional instabile Persönlichkeitsstörung) handelt es sich um einen Mangel der Impulskontrolle, was zu extremen Wutausbrüchen und unüberlegten Handeln führen kann.

Was genau ist die Borderline-Persönlichkeitsstörung?

Nicht jeder ist mit dem Begriff Borderline vertraut, doch für den Anfang sollte man zumindest wissen, dass es sich um eine psychische Erkrankung handelt. Für die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) oder emotional instabile Persönlichkeitsstörung des Borderline-Typs sind einige Symptome typisch, und zwar:

Impulsivität, Stimmungswechsel, ein gestörtes Selbstbild und instabile zwischenmenschliche Beziehungen. Die Betroffenen sehen sich als Opfer ihrer innerlichen Unruhe und Gefühlsschwankungen.

Die Menschen, die an der Krankheit leiden, verhalten sich anders als andere emotional stabilere Menschen. Besonders schwierig wird es, wenn sie sich in der sogenannten Spannungsphase befinden.

Die Borderline-Patienten denken, dass sie ihre Probleme mit Drogen, Selbstverletzung und vielen anderen gefährlichen Aktivitäten, lösen können. Das ist natürlich keine Lösung und es kann den Zustand nur verschlechtern.

Die Patienten haben Angst, alleine zu sein. Sie können sich nicht vorstellen in einer stabilen Beziehung zu sein.

Das Selbstbild der emotional instabilen Menschen ist total zerstört. Sie wissen nicht mehr, wie sie sich verhalten sollen. Das Einzige, was sie unter einem Heilungsprozess verstehen, ist Selbstzerstörung durch unterschiedliche Mittel.

Über die Krankheit wird immer mehr geredet und das ist auch besser so. Es gibt immer mehr Menschen, die die Symptome der Krankheit haben, doch sie wissen nicht, ob es sich um eine „echte“ Krankheit handelt. Die Störung kommt meistens mit anderen Persönlichkeitsstörungen vor.

Borderline

Es gibt zwei Gründe oder Möglichkeiten, warum es zu dem Borderline-Syndrom überhaupt kommt. Traumatische Erfahrungen können ein Grund sein und der andere sind genetische Faktoren.

Die Meisten fühlen sich im sozialen Umfeld nicht wohl. Viele Betroffene erzählen, dass sie sich missbraucht und vernachlässigt fühlen. Erste Anzeichen kann man schon im Jugendalter bemerken.

Es gibt keine bestimme Regel, ob es Männer oder Frauen sein müssen, eigentlich ist die Zahl der Betroffenen Männer und Frauen gleich. Doch einen Unterschied gibt es – deutlich mehr Frauen entscheiden sich für eine Therapie. Die männliche Bevölkerung ist nicht so offen gegenüber Hilfe.

Sie wollen es alleine hinbekommen und schämen sich oft für ihren Zustand. So sollte es natürlich nicht sein, aber die Situation wird hoffentlich noch besser. Wenn bei Frauen eine Besserung des Zustands sichtbar wird, könnte dies vielleicht eine positive Veränderung in der Handlungsweise der Männer bewirken.

Welche Symptome sind typisch für eine Borderline-Persönlichkeitsstörung?

Einige Symptome haben wir schon oben erwähnt, doch jetzt erklären wir es ein bisschen detaillierter. Die Stimmungsschwankungen gehören zu den ersten Symptomen der Borderline-Persönlichkeitsstörung.

Dir Grundstimmung der Patienten kann man als pessimistisch und überaktiv beschreiben. Das pessimistische Verhalten kann oft zu Depressionen oder übertriebener Angst führen. Doch die Stimmungsschwankungen sind zum Glück von kurzer Dauer. Sie dauern ungefähr ein paar Tage oder Stunden.

Intensive aber unangemessene zwischenmenschliche Beziehungen sind noch ein Symptom der Persönlichkeitsstörung. Die Betroffenen können keine normale Beziehung zu anderen Menschen haben.

Sie versuchen den Partner zu manipulieren und wissen selber nicht, ob sie ihn lieben, idealisieren oder einfach nur demütigen. Die Borderliner sehen ihre Partner als Droge, sie sind abhängig und können ohne den Partner nicht leben.

Das geschieht aber nur so lange, bis der Freund oder Freundin mitspielt. Wenn der Partner aber keine Lust mehr hat und sich trennen will, kommt es zu Problemen. Der Borderliner wird dann wirklich unangenehm. Die Situation kann schnell eskalieren.

Aus dem Verhalten kann sich Masochismus wie auch Selbstverletzung entwickeln.

Noch etwas ist typisch für die Borderline-Patienten, und kann sich bei der Phase der Selbstverletzung melden – und zwar Impulsivität. Zusammen mit der Impulsivität kommen Alkohol, Drogen, Spielsucht, Essensstörungen, Kleptomanie und viele weitere nicht so prickelnde Sachen.

Doch all das kommt nicht nur einfach so und ohne Grund. Frustration, das Gefühl der Einsamkeit und Trennungsangst können diese schlimmen Gewohnheiten auslösen.

Ein typisches Borderline-Symptom, das auch am gefährlichsten ist, ist der Suizidversuch oder die Selbstverletzung. Solche Versuche können nicht gut enden, deshalb sollten sich die Betroffenen Personen unbedingt professionelle Hilfe suchen.

Erkennbar sind sie durch Stichverletzungen an verschiedenen Körperteilen wie z. B. an Gliedmaßen und Genitalien. Häufig kommt es auch zu Vergiftungen durch Alkohol, Drogen oder Nahrungsmittel oder einer Überdosis.

Diejenigen, die an der Persönlichkeitsstörung leiden, möchten sich auf diese Weise bestrafen und es wird schnell zu einer Art Ritual, mit dem sie nicht aufhören können. Die Selbstverletzung entsteht nicht ohne Grund, sie ist durch verschiedene Sachen motiviert.

Das Motiv kann vielleicht ein Hilferuf sein oder auch der einzige Weg ihre Schmerzen und Leiden zu zeigen. Die Borderliner bestrafen nicht nur sich, sondern auch Menschen die sie lieben. Es kann aber auch sein, dass das Verletzen ein Versuch ist, sich abzulenken und die Probleme zu vergessen und momentan lösen zu wollen.

Die Angst vor dem Verlassenwerden, kann auch ein Symptom dieser Krankheit sein. Die Borderliner wissen nicht, wie man sich verhält, wenn man alleine ist. Sie haben eine Identitätsstörung und kommen mit einer solchen Situation nicht klar. Ihrer Meinung nach werden sie für immer alleine bleiben und nie einen Partner finden.

Die an der Persönlichkeitsstörung leidenden Menschen können ihre extreme Angst nicht kontrollieren. Sie können sich nicht vorstellen, dass sie ihre geliebte Person verlässt. Die Besorgnis und Unruhe führen zu verzweifelten Versuchen, die Beziehung zu retten.

Die Rettungsversuche können mit den oben erwähnten Mittel (Suizidversuch) enden. Die Betroffenen versuchen ihren Partner zurückzubekommen, indem sie sich verletzen und so setzen sie ihre nahestehenden Menschen unter Druck.

Wenn sie es aber nicht schaffen und der Freund oder Freundin geht, durchleben sie eine emotionale Krise. Die ersten Tage sind die schlimmsten, die Betroffenen spüren alle Symptome intensiver.

Für die Borderline-Persönlichkeitsstörung ist die Identitätsstörung auch ein wichtiges Merkmal. Das Identitätsgefühl kann sich auf viele Bereiche erstrecken, wie zum Beispiel Sexualität, das Selbstbild, verschiedene Ziele.

Sie können ihre guten Eigenschaften nicht akzeptieren. Sie vergleichen sich immer wieder mit anderen Menschen, glauben nicht, dass sie je gut genug sein können.

Die Borderliner haben ein spezifisches Identitätsgefühl. Sie müssen sich immer und immer wieder neu beweisen. Obwohl sie vielleicht Intelligent, schön und attraktiv sind, glauben sie, dass sie sich das alles verdienen müssen.

Alle diese Eigenschaften sind nicht konstant. Die Betroffenen schätzen sich selber nicht; obwohl sie viel Gutes geleistet und etwas im Leben geschaffen haben, sehen sie nur die gegenwärtliche Situation. Sie streben nach Perfektion, was ein unmöglich zu erreichendes Ideal darstellt.

Die Persönlichkeitsstörung ist durch das Gefühl der Leere und Langeweile gekennzeichnet. Diese Menschen kennen in diesen Moment nur die beiden Gefühle.

Das ist aber nicht die Langeweile, die wir alle kennen. Die Betroffenen neigen dazu, verrückte Ideen zu bekommen, was wir schon oben erwähnt haben. Neben den unschönen Gedanken spüren sie auch körperliche Schmerzen wie zum Beispiel starke Kopfschmerzen oder Spannungen in der Brust.

Paranoide Fantasien gehören auch zu den typischen Symptomen der Persönlichkeitsstörung. Häufige Halluzinationen und Störungen in der Körperwahrnehmung gehören zu ihrem Alltag.

Unangemessene Zornausbrüche, die nicht kontrolliert werden können sind auch ein Zeichen der Borderliner. Die Intensität der Zornausbrüche ist ziemlich stark und kann oft zur körperlichen Gewalt eskalieren.

Was ist die Ursache für das Borderline-Syndrom?

Heutzutage denken die meisten Experten, dass die Persönlichkeitsstörung von genetischen Faktoren abhängt, bzw. dass die Genetik einen hohen Anteil an der Entstehung der Krankheit hat.

Es gibt aber auch Verhaltensmuster und verschiedene Lebenseinstellungen, die der Aufrechterhaltung der Borderline dienen. Die Betroffenen haben oft eine schwere Vergangenheit hinter sich, sie geben oft an, dass sie sexuelle Gewalterfahrungen hatten.

Sogar 60 % der Patienten waren Opfer einer solchen Erfahrung. In mehreren Fällen hatten es die Betroffenen mit den unangenehmen Situationen schon in der Kindheit zu tun, was sie durch das ganze Erwachsenwerden verfolgt. Das Erlebnis hinterlässt dauerhafte Spuren und Veränderungen im Gehirn.

Die Forschungen haben gezeigt, dass das Gehirn der Borderliner anders als bei gesunden Menschen ist. Die Amygdala, ein Teil des Gehirns, das für die Verarbeitung von Stress dient, zeigt während der Beobachtung bestimmte Aktivitätsveränderungen.

Bei den Patienten, die an der Persönlichkeitsstörung leiden, kann man sehen, dass diese Gehirnstruktur kleiner ist. Nicht nur dieser Teil des Gehirns ist sichtbar anders, sondern auch der Hippocampus. Wenn er nicht so funktioniert, wie es „vorgeschrieben“ ist, kann der Patient mit den emotionalen Reaktionen nicht so gut umgehen.

Was ein großer Nachteil ist für ihn, wie auch für seine Umgebung ist. Noch eine Sache die Borderliner und andere Patienten mit Persönlichkeitsstörungen charakterisiert, ist die verminderte Aktivität des serotonergen Systems.

Wie man eine Borderline-Beziehung rechtzeitig erkennt

Eine Borderline-Beziehung kann schnell erkannt werden. Du musst nur gut hinschauen. Borderliner verhalten sich spezifisch. Wenn man aber die Person über alles liebt, kann man die Anzeichen leicht übersehen.

Die Patienten mit der Persönlichkeitsstörung können keine normale Beziehung führen. Sie wünschen sich etwas Festes, jemanden der das ganze Leben mit ihnen verbringt. Die Betroffenen versuchen mit allen möglichen Mitteln den Partner für sich zu behalten.

Die Familie oder Freunde wissen auch nicht genau, wie sie mit den Borderlinern umgehen sollen. Menschen, die in einer Beziehung mit einem solchen Partner sind, haben Schwierigkeiten das Verhältnis aufrecht zu erhalten. Sie möchten die geliebte Person weiterhin unterstützen, aber es geht einfach nicht. Es geht an die Psyche.

Solche Beziehungen sehen am Anfang normal aus. Alles passt und alles ist wie im Märchen. Die Borderliner sind sehr aufmerksam und haben Augen nur für den Partner, was zu Beginn der Beziehung auch normal ist.

Nach der harmonischen Zeit zeigen die an der Persönlichkeitsstörung Leidenden ihre eifersüchtige Seite. Sie werden aggressiver und haben immer mehr Wutausbrüche. Im nächsten Moment ist alles wieder in Ordnung, sie zeigen sich wieder von ihrer liebevollen Seite.

Eine Borderline-Beziehung erkennt man daran, dass der Partner immer nur alles schwarz oder weiß sieht, es gibt gar nichts dazwischen. Und genau das ist der Auslöser für viele Probleme, die der Beziehung schaden können. Wenn du bemerkt hast, dass dein Partner dich an einem Tag liebt und am nächsten gar nichts mit dir anfangen kann, hast du ein Problem.

Das ständige hin und her kann für den „gesunden“ Partner sehr nervenaufreibend sein. Solche extreme Situationen können den Partner schnell in die Irre führen. Wer er es nicht mehr aushalten kann, sieht keinen anderen Ausweg mehr, als sich zu trennen.

Wenn der Partner schon nach kurzer Zeit seine Borderline-Persönlichkeit zeigt, sollte man sich also gut überlegen, ob man dem ganzen Druck standhalten kann. Wenn man aber die Person liebt, ist es verständlich, ihr eine Chance geben zu wollen.

Du solltest achten, wie sich der Partner verhält, die Details sind von großer Bedeutung. Die Borderliner können ihre Gefühle nicht so richtig kontrollieren und regulieren. Wenn er dich heute idealisiert und dir alle Wünsche erfüllt und ein paar Tage später eine heftige Abneigung zeigt, bist du höchstwahrscheinlich in einer Borderline-Beziehung.

Der Betroffene hat aber Angst dich zu verlieren und das ist der Grund für die ganzen Stimmungsschwankungen. Sie kommen mit der Einsamkeit nicht wirklich klar.

Die Beziehung mit einem Borderliner ist sicherlich nie langweilig, er möchte immer deine Aufmerksamkeit haben. Auch wenn es zu viel wird, er kann sich nicht wirklich schnell bremsen. Er erkennt die Situation nicht, denkt, dass es normal ist, wenn man sich so verhält.

Borderliner kennen keine Grenzen. Sie zeigen ihre Liebe übermäßig, aber wenn die Liebe und Zuneigung nicht erwidert wird, verwandelt sich diese in Wut und Hass. Du solltest auch die Stimmungswechsel beachten. Wenn sie häufig und extrem werden, kann es die Borderline-Beziehung stark belasten.

Wenn der Partner noch andere Freunde hat, kann das auch ein Problem für den Borderliner sein. Obwohl du dich nur entspannen willst und keine anderen schlimmen Gedanken hast, kann der Betroffene es nicht ganz verdauen, dass du mit jemanden anderen Spaß hast.

Das ist auch ein typisches Merkmal der Persönlichkeitsstörung – ein zu großes Level von Eifersucht. Die Borderliner denken sich das schlimmstmögliche Szenario aus.

Wenn du aber glaubst, dass du all diese Überwindungen schaffen kannst, solltest du rechtzeitig alle Symptome der Persönlichkeitsstörung erkennen. Nicht nur erkennen, sondern auch Hilfe suchen.

Die Borderliner können die Störung nicht alleine überwinden, sie brauchen Unterstützung und professionelle Hilfe. Das alles bekommt man in spezialisierten Kliniken oder beim Psychotherapeuten.

Borderline

Falls die Persönlichkeitsstörung ihren Lauf genommen hat und Suizidgedanken bestehen, wäre es am besten ab diesem Punkt mit der Therapie zu beginnen.

Danach kann man Schritt für Schritt den Ursachen auf den Grund gehen. Gewisse sportliche Aktivitäten machen nicht nur Spaß, sondern können auch als Therapie dienen, indem die Betroffenen ihre Wut auf etwas anderes richten und auf sich selber.

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