Ich flehe dich an mir zu zeigen, dass es dir etwas bedeutet

Ich will dir texten und dir zeigen, dass ich ständig an dich gedacht habe. Ein Teil von mir will den Sprung ins kalte Wasser wagen und dir ein einfaches “Hey” schicken. Aber mein Kopf hält mich davon ab, je diese Nachricht zu schicken.

Ich kann nämlich keinen Fehler machen oder mein Image als hartes Mädchen ruinieren, auch wenn ich es in diesen Momenten der Schwäche gerne will. 

Aber ich weigere mich, das zu tun, weil du für mich nicht das Gleiche getan hast. Es beweist einfach, dass du überhaupt nicht an mich gedacht hast. Allerding gibt es mit Sicherheit Dinge, die ich nicht weiß; du könntest in deinem eigenen Tempo an mich denken.

Ich kann das verstehen. Nur weil ich dir nicht texte, heißt das nicht, dass ich nicht an dich gedacht habe, als ich dein Lieblingslied gehört habe.

Oder als ich an deiner Lieblingskneipe in der Stadt vorbeikam. Und ich weiß, dass selbst wenn du an mich denken solltest, es dich nicht dazu bewegen wird, dich zu melden. Gott bewahre.

Ich kenne das, in meinem leeren Bett mit kalten Laken sitzen und darum kämpfend, dich aus dem Kopf zu bekommen. Ich habe mich durch die Erinnerung an dich gelähmt gefühlt, während du reibungslos das perfekte Leben gelebt hast.

Dir zu widerstehen ist schwer, wenn dich zu haben alles ist, was ich will. So wie ich das sehe, hast du mich vergessen und wir haben darum keinen Kontakt mehr.

Klar, ich könnte mich melden und dir dieses einfache “Hey” schicken. Oder ich könnte dir meine wahren Gefühle gestehen. Aber ich weiß, dass ein Text nicht viel ausrichten wird. 

Es wird mir nicht zeigen, dass es dir etwas bedeutet und es wird nichts ändern. Du hast die Hinweise bekommen, die ich präsentiert habe, und dich trotzdem entschieden, nicht darauf zu reagieren.

Nichts von dem, was ich tun kann, wird deine Erinnerung wecken oder dir ins Gedächtnis rufen, dass ich die Gesellschaft wert bin. Du solltest es bereits wissen und wenn du es nicht tust, wird es dir von selbst klar werden müssen.  

Diese Erkenntnis könnte dir wehtun oder dich verwirren. Sie könnt dich vielleicht sogar dazu bringen, mich zu vermissen.

Die Erinnerungen an uns werden in deinem Kopf abgespielt wie eine alte Videokassette, die jahrelang im Keller versteckt ist, bis du zufällig darüber stolperst.

Das Flirten, die Schmetterlinge im Bauch und das bauchschmerzverursachende Lachen werden dir wieder einfallen. 

Ich kenne das Problem, sich einen Abschluss aus unserem letzten Gespräch zu wünschen.

Ich habe eine Million Mal im Kopf abgespielt, was ich hätte sagen sollen, während ich nervös eine Nachricht tippe, die ich vielleicht eines Tages abschicken könnte. Aber bis ich dazu den Mut aufgebracht habe, musst du es alleine tun. 

Fürs Erste träume ich von den Worten, die du zu mir sagen sollst, wenn wir im Bett kuscheln. Ich schreibe imaginäre Texte, die ich dir eines Tages schicken will, aber aus Angst nie senden werde.

Aber unabhängig von meinem und deinem Handeln werden Realität und der gesunder Menschenverstand immer eine Rolle spielen. Und sie vertreiben diese Gedanken schnell wieder aus meinem Kopf.

Es klingt vielleicht kindisch oder heuchlerisch, von dir zu erwarten, dass du dich meldest, während ich es nicht tue.

Allerdings gibt es dafür einen Grund. Wenn du dich so sehr und so lange geöffnet hast, willst du nicht riskieren, wieder verletzt zu werden. Du willst nicht gedemütigt werden. 

Also werde dir nicht schreiben, weil es mir nichts bringt. Und ich will nicht nochmals verletzt oder bloßgestellt werden. Dass du meinen Text liest, aber nicht antwortest, ist ein Risiko, das ich nicht eingehen will.

Es würde mich kaputtmachen und ich will mich nicht armselig fühlen. Ich habe etwas Besseres als das verdient.

Also lasse ich es nicht passieren, noch werde ich es überhaupt riskieren. Aber du sollst einfach wissen, dass ich gerne von dir hören würde und hoffe, dass es dir gut geht.

Vielleicht wünsche ich mir sogar, dass du hin und wieder so an mich denkst, wie ich an dich denke.

Es führt mich zurück in eine Zeit des unsterblichen Glücks, bis die Realität mich daran erinnert, dass sie mir auch den schlimmsten Schmerz meines Lebens gebracht hat. 

Und nur damit das klar ist und sich dein Ego nicht noch mehr aufbläst: Ich brauche dir nicht zu texten, weil ich Selbstachtung und Selbstliebe habe. Und das ist alles, was ich je brauchen werde: einen nicht halbherzigen Jungen, der mich ebenfalls liebt.

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