Manche Dinge behalte ich lieber für mich…

Ich habe schreckliche Angst vor dem Essen. Das Gefühl, satt zu sein, macht mich unruhig. Ich erinnere mich, dass, als ich in der Grundschule war, ich mich nach einem Glas Apfelsaft übergeben musste, deshalb vermeide ich Fruchtgetränke um jeden Preis. Obwohl ich trinke Orangensaft, wenn Alkohol drin ist.

Ich gehöre zu den Menschen, die 15.000 ungelesene E-Mails haben. Ich kann nicht nur eine Sorte Kaugummi auf einmal kauen. Der weiße Dreizack-Kaugummi erinnert mich an meine Mutter, Hubba-Bubba erinnert mich an meinen Bruder.

Ich mag meine Beine, aber ich hasse meinen Bauch. Ich mag es nicht allein zu sein – weil ich dann dazu neige, viel zu viel nachzudenken.

Bevor ich einschlafe, muss ich mir immer einen Podcast anhören, und erst wenn alle Menschen aus dem Fitnessstudio weg sind, trainiere ich.

Das Laufen auf dem Laufband erinnert mich immer an die Zeit, als ich Depressionen hatte, aber es ist das einzige, was ich tun kann.

Ich hatte zehn Jahre lang Französischunterricht – und ich bin schrecklich darin. Aber ich mag den Klang – manchmal, wenn ich lange genug spreche, fühlt sich mein Hals wund an, meine Zunge schwer und mein Kiefer eng, und ich liebe dieses Gefühl.

Allerdings kann ich mich nie an die richtige Richtung der Akzente erinnern, wenn ich auf Französisch schreibe.

Es macht mir wirklich Spaß, neue Leute kennenzulernen, aber ich hasse den Moment, in dem mir klar wird, dass ich verzweifelt ihr Freund werden möchte. Es ist frustrierend.

Ich wünschte, es würde sofort passieren – ich wünschte, ich könnte einfach jemanden Neues fragen: „Wollen wir einfach Freunde sein?“, weil wir dann sofort in diese Phase der langen, nächtlichen Gespräche und des angenehmen Schweigens und des kleinen Lächelns und der Gespräche durch Augenkontakt eintauchen könnten.

Ich möchte alles über die Menschen die ich kennenlerne wissen. Doch es dauert manchmal zu lange, um alles zu erfahren.

Ich finde das Wort „Scheiße“ super lustig. Zwar habe ich in der Schule schon getrunken, aber ich habe erst auf der Uni angefangen zu fluchen.

Ich schreibe die Dinge auf, die Menschen zu mir sagen. Ich notiere all die interessanten Textgespräche in mein Tagebuch. Ich besitze ausgedruckte Emails. Ich bewahre die Notizen, die meine Mitschüler in der Schule an meinem Spind hinterlassen haben.

Während der Uni-Zeit führte ich Brieffreundschaft mit zwei meiner besten Freundinnen, und all die Briefe habe ich immer noch in einer Kiste unter meinem Bett. Ich glaube nicht, dass die Leute meine aufbewahrt haben.

Meine Mutter ist Linkshänderin und liest all ihre Zeitschriften verdreht, so dass sie mit der linken Hand die Seiten umblättern kann. Manchmal ertappe ich mich selbst dabei, dass ich Zeitschriften auch so lese.

Das beste Kompliment, was ich bekommen kann, ist, dass ich gut rieche. Ich kann kein überzeugendes falsches Lachen vortäuschen – mein Lachen ist wirklich laut, und wenn ich es vortäusche, klingt es, als hätte ich Schmerzen.

Ein Mädchen in der Schule war mal wütend auf mich, weil ich nie über etwas gelacht habe, was sie gesagt hat – aber nur, weil sie nie etwas gesagt hat, was tatsächlich lustig war.

Ich trage täglich Kontaktlinsen und vergesse immer, sie herauszunehmen. Erst wenn ich schon unter der Decke bei ausgeschaltetem Licht bin, erinnere ich mich daran. Genau aus diesem Grund habe ich eine kleine Sammlung getrockneter Kontaktlinsen auf meinem Nachttisch.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich vielen Menschen wehtue – einfach so, ohne Grund. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich nicht will, dass sie mir zuerst wehtun.

Ich brauche ewig, um mit so etwas umzugehen, also vermeide ich es lieber einfach. Ich mag es, Macht zu haben. Ich fühle mich gefangen, wenn jemand die Arme um mich legt, obwohl das auch daran liegen könnte, dass ich die Person, die es tut, normalerweise nicht sehr mag.

Ich fühle mich wohler, wenn die andere Person mich mehr mag als ich sie mag. Als mir mal jemand am Anfang der Beziehung aber sagte, dass er mich liebt, war mein erster Gedanke: „Du weißt doch gar nicht, wer ich bin.“ Und wie erahnt, wusste er es nicht.

Viele Leute haben sich ein gewisses Bild von mir gemacht und denken, dass sie mich kennen, nur weil ich viel (manchmal zu viel) rede und offen für fast jedes Gespräch. Viele meiner Freunde denken, dass sie alles über mich wissen, nur weil ich so bin. Meine Eltern auch.

Sie gehen davon aus, dass ich authentisch bin und dass ich niemals lügen würde. Ich liebe es ja auch, Geschichten zu erzählen – ich tue alles für eine gutes Gesprächsthema – aber ich hasse es, über mich selbst zu reden.

Und deshalb tue ich es nicht...

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