Von der Liebe zu dir, zu der Liebe zu mir

Ein nettes „Hey“ oder „Hallo“ gefolgt von einer doch so banalen Frage, die als Einleitung zu einem Gespräch dient, das bloß so unverbindlich und locker wie möglich erscheinen soll. Doch eigentlich bin ich insgeheim der größte Preis, den es zu gewinnen gibt.

Komplimente über Komplimente. Überraschende Gemeinsamkeiten, die noch mehr verbinden. Neckereien, die verborgene Anziehung decken. Du gibst wirklich alles, um mich von dir zu überzeugen.

Anfangs der Versuch von mir stets zurückhaltend zu bleiben, geprägt durch vergangene Erfahrungen und doch gibt es diesen einen Moment der Wendung. Der Moment, in dem du alles von mir hast. Wenn meine Gedanken voll von dir sind, ich dich in meine Tiefen hab blicken lassen und ich mir eingestehen muss, dass dort mehr für dich ist.

Es hat mich eine solche Überwindung gekostet, dir ehrlich zusagen, dass ich mehr in uns sehe, weil ich sofort offen sein wollte. Das hat dich abgeschreckt. Dann war von einem Augenblick auf den anderen plötzlich alles fremd. Wir haben uns nie gekannt und alles was uns jemals verbunden hat, ist nicht mehr von Bedeutung.

Alles eine Frage der Zeit. Verschenkte Zeit. Verschenkte Bemühungen. Das einzige das bleibt ist Hoffnung. Hoffnung, die einen innerlich langsam auffrisst, bis nur noch die Erkenntnis bleibt, dass es kein Zurück mehr gibt. Bis alle Erinnerungen immer mehr verblassen. Erinnerungen oder viel mehr gefälschte Kopien, die unsere eigenen Gedanken erschaffen, um uns einzureden, dass alles doch eigentlich viel zu schön war.

Naiver Selbstschutz. Schutz vor der eigentlichen Realität. Und dann kommen diese Fragen hoch: Lohnt es sich zu kämpfen? Lohnt es sich die Bestätigung zu holen, die doch schon längst tief in einem drin steckt?

Wissen wir denn nicht, dass ein solches Zurück etwas erschaffen würde, das in jeglicher Hinsicht voller Bedingungen steckt. Bedingungen, die wir uns geschworen haben niemals einzugehen, weil sie gegen alles sprechen, wofür wir eigentlich stehen? Und doch reagieren wir auf eben solch eine emotionale Ohnmacht, oft mit einer unüberlegten Reaktion.

Von der Liebe zu dir, zu der Liebe zu mir

Wann wissen wir, dass wir genug haben, dass wir es wert sind, den Zeitpunkt zu ergreifen, um uns von etwas losreißen, dass uns längst losgelassen hat? Bin ich es mir wert darauf zu warten, bis du für mich bereit bist?

Bin ich es mir wert, nach jedem einzelnen Stück Liebe zu jagen, dass ich gerade so bekommen kann? Ich weiß, dass ich es dir erlaubt habe, so etwas mit mir zu führen. Aber ich weiß auch, dass ich es verdiene so geliebt zu werden, wie auch ich selbst liebe. Ich hätte „Nein“ sagen können, aber das habe ich nicht.

Ich dachte, ich könnte das kontrollieren, aber manche Gefühle lassen sich nicht einfach so kontrollieren. Und nun ist dort nur noch diese Stille zwischen uns, die sich anfühlt, als hätte ich dich nie gekannt. Aus dir wurde ein Fremder und alles was passiert ist, rückt in so weite Ferne, dass es sich so anfühlt, als wäre dass zwischen uns nie gewesen.

Als wäre das bloß eine Geschichte, die ich mir so oft erzählt habe, bis ich glaubte, sie wäre wahr. Sag mir ist es das, was uns bleibt? Bis wir irgendwann vergessen haben, wie es wirklich war? Manchmal müssen wir wohl akzeptieren, das eben diese Momente uns schlussendlich helfen werden, zu finden wonach wir suchen. Unsere Fehler zeigen uns am Ende die Dinge, die wir nicht brauchen und führt uns zu dem was wir wirklich verdienen.

„S.A“

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