Wie du Dinge nicht immer so persönlich nimmst: 7 pragmatische Tipps!

Wenn du merkst, dass du alles zu persönlich nimmst und leicht beleidigt wirst, weißt du schon, wie schwer es sein kann, unbeschadet durch den Tag zu kommen.

Es fühlt sich so an, als ob du ständig angegriffen wirst, sogar von deinen Liebsten. Du weißt, dass sie nicht immer absichtlich deine Gefühle verletzen wollen, aber ihre Worte und ihr Verhalten haben dennoch große Auswirkungen auf dich.

Hier sind ein paar Ratschläge, wie du die Dinge nicht immer so persönlich nimmst.

Denke darüber nach

Was wurde gesagt/getan, das deine Reaktion ausgelöst hat – war es wirklich so schlimm, wie du es interpretiert hast? Wenn du ein empfindlicher Mensch bist, dem das oft passiert, lohnt es sich, über das Warum nachzudenken.

Die Worte, die andere Leute verwenden, sind vielleicht gar nicht beleidigend; du bist nur darauf eingestellt, Dinge persönlich zu nehmen, und schaffst es darum, gewohnheitsmäßig alles als Beleidigung zu verstehen.

Wenn du Komplexe wegen deines Aussehens, deiner Arbeitsmoral oder wegen deines früherer Handelns hast, achtest du möglicherweise unbewusst auf damit verbundene Wörter, und nimmst dann den ganzen Satz persönlich.

Der Satz dreht sich vielleicht um etwas völlig Unschuldiges und Harmloses, aber du hast dich aus Versehen darauf programmiert, bestimmte Wörter oder Ausdrücke als beleidigend zu interpretieren.

Du musst vielleicht auch darüber nachdenken, was dich aufwühlt – es könnte sein, dass du einige kleine, ungewöhnliche Dinge als beleidigend empfindest, die andere Menschen einfach nicht als negativ ansehen!

Wir alle haben unsere eigene Definition von “höflich”, und vielleicht unterscheidet sich deine komplett von der anderer Menschen. Wenn du einzeln darüber nachdenkst, was tatsächlich gesagt wurde, kannst du normale Gespräche leichter von spitzen, absichtlich unhöflichen Bemerkungen unterscheiden.

Projektion deiner eigenen Gefühle

Dies ist mit einem geringen Selbstwertgefühl verbunden, das wir gleich noch besprechen werden, und viele von uns tun das.

Wenn du dich schon in einem bestimmten Licht siehst, projizierst du diese Gefühle wahrscheinlich auf das, was andere Leute sagen und wie sie sich dir gegenüber verhalten.

Wie du Dinge interpretierst, hat mit deinen eigenen Gefühlen zu tun und oft nichts damit, was der andere sagt oder tut.

Denke darüber nach, wie du dich selbst siehst und wie oft andere Leute etwas sagen oder tun, das eigentlich deinen eigenen Gefühlen entspricht.

Dass es viele solcher Situationen gibt ist eher unwahrscheinlich, was darauf hinweist, dass du deine eigenen Gefühle unbewusst oder unbewusst auf das Verhalten der anderen Leute überträgst. Auch wenn das relativ normal ist, ist es nicht besonders gesund und wird schnell destruktiv.

Wenn du anerkennst, dass du deine Gefühle projizierst und deshalb alles anders interpretierst, machst du einen riesigen Schritt in die richtige Richtung. Wir sprechen später noch mehr über die rationale Sicht auf Situationen und das Erlernen der Kontrolle darüber.

Projektion der eigenen Gefühle

Manchmal hat das, was wir tun und sagen, sehr wenig mit dem Menschen zu tun, mit dem wir interagieren. Unser Verhalten gegenüber anderen Menschen spiegelt stattdessen unsere Gefühle uns selbst gegenüber wider.

Wenn jemand etwas Verletzendes sagt oder tut, erinnere dich daran, dass derjenige möglicherweise seine Gedanken und Gefühle auf dich projiziert.

Mit anderen Worten: Was der andere sagt oder tut, sagt nichts über dich aus, also solltest du es nicht persönlich nehmen.

Vielleicht gibt es bei dir auf der Arbeit jemanden, der dich ständig kritisiert (was jeder persönlich nehmen würde!), aber vielleicht ist er nur eifersüchtig auf dich und unsicher in Bezug auf seine eigene Arbeitsleistung.

Die Frau, die über dein Gewicht stichelt, achtet wahrscheinlich nur auf deine Figur, weil sie sich ständig Gedanken über ihren eigenen Körper macht.

Jemand, der deiner Ansicht nach deine Lebensentscheidungen schlecht macht, braucht wahrscheinlich nur die Bestätigung, dass er in seinem eigenen Leben die richtigen Entscheidungen trifft, und macht dich deshalb fertig, um sich besser zu fühlen.

Selbstwertgefühl

Wir nehmen oft Dinge persönlich, wenn wir denken, dass sie auf unsere Unsicherheiten abzielen – absichtlich oder nicht.

Dinge, die für andere harmlos sind, können uns an unseren wundesten Punkten treffen.

Jemand hat vielleicht etwas gesagt oder getan, das dich aufwühlt, ohne dass er es beabsichtigt hat; nur durch deine Interpretation wird es beleidigend und verärgernd.

Bedenke, dass dich nicht jeder so sieht, wie du dich siehst, und die Leute merken vielleicht gar nicht, dass ihre Worte oder ihr Handeln für dich relevant waren.

Beispielsweise könnte sich jemand bei der Arbeit über einen Kollegen beschweren, der seiner Meinung nach seinen Job nicht ordentlich macht – und wenn du bereits das Gefühl hast, dass du deine Arbeit nicht gut machst, nimmst du wahrscheinlich an, dass er über dich spricht.

In Wirklichkeit redet er von jemandem anderen, und weil er denkt, dass du deine Arbeit gut machst, würde ihm nicht im Traum einfallen, sich in deiner Nähe mit dieser Art von Bemerkung zurückzuhalten.

Würden die Leute zu dir gemeine Sachen über jemanden mit Mundgeruch sagen, wenn du selbst Mundgeruch hättest? Nein! Da du aber keinen Mundgeruch hast, würden sie gar nicht auf den Gedanken kommen, dass du es persönlich nehmen und noch paranoider werden könntest.

Drehe die Sache um und stelle dir vor, dass ein Freund die gleichen Probleme hat wie du. Du würdest dich bemühen, ihn zu trösten und ihm zu erklären, dass niemand seine Gefühle absichtlich verletzen will und nur sein geringes Selbstvertrauen für seine Gefühle verantwortlich ist.

Mit dem Selbstvertrauen haben viele von uns zu kämpfen, und es erfordert Zeit und Mühe, um es aufzubauen.

Eine Sache, die du für dein Selbstwertgefühl tun kannst, ist das Anerkennen dieses Denkens! Wenn du akzeptierst, dass du Dinge persönlich nimmst und oft Probleme hast, dich in deiner Haut wohlzufühlen, akzeptierst du, dass deine Reaktionen nicht immer rational sind.

Zu den Bewältigungsmechanismen kommen wir später noch…

Werde positiv 

Viele von uns sind so sehr in ihrer Denkweise festgefahren, dass wir keine Änderung und kein Wachstum zulassen. Du siehst dich vielleicht immer noch so wie vor Jahren, obwohl sich viel geändert hat.

Wer zum Beispiel viel abgenommen hat, sieht sich oft immer noch als sein früheres übergewichtiges Ich und lässt sein jetziges Leben und Denken von diesem Bild steuern.

Dein Selbstbild kann schwer zu ändern sein, aber wenn du deine gedankliche Einstellung in positivere Gefilde führst, wirst du viel mehr vom Leben haben.

Wir sind oft so sehr darauf fixiert, wie wir wirken und wie wir uns der Welt präsentieren, besonders auf den sozialen Medien. Wir sind zu sehr darauf aus, andere dazu zu bewegen, uns zu mögen und als Individuen zu bestätigen, was zwar verständlich, aber ungesund ist.

Lerne, die Meinung anderer nicht mehr zu beachten, weil das eine der Hauptursachen dafür ist, dass man alles persönlich nimmt. Wenn du immer versuchst, jemand anderes zu sein, nur um andere zu beeindrucken, wirst du natürlich eher anfällig dafür, unsicher und beleidigt zu sein.

Es ist zwar nicht einfach, diese Einstellung hinter dir zu lassen, aber es ist wichtig, es zu versuchen.

Bedenke, dass die Meinungen, die wirklich zählen, deine eigene und die deiner Lieben sind. Es ist unwahrscheinlich, dass dir nahestehende Menschen Dinge zu dir sagen, um dich traurig zu machen, also besteht kein Grund, alles zu Tode zu analysieren, was sie sagen oder tun.

Wenn sie dennoch Kritik äußern, kannst du sicher sein, dass diese so konstruktiv wie möglich und in deinem besten Interesse ist.

Und was alle anderen betrifft: Wenn sie dich beleidigen oder dir ein schlechtes Gefühl einreden wollen, warum solltest du ihnen zuhören?

Erstelle eine Liste der Dinge, die du an dir und deinem Leben magst – das kann alles sein, von deinen Augen über deine Arbeitseinstellung bis hin zu der Tatsache, dass du einmal pro Woche schwimmen gehst!

Wege zu finden, dein Leben positiv zu sehen, kann dir sehr helfen – wenn du unsicher oder unglücklich mit deinem Leben bist, glaubst du natürlich schnell, dass andere es beleidigen wollen.

Wenn du erkennst, dass dein Leben eigentlich ziemlich wunderbar ist (oder dass du ein paar Änderungen vornehmen musst, um es besser zu machen, was auch etwas Positives ist), ist es weniger wahrscheinlich, dass du alles als Beleidigung auffasst.

Je mehr du dein Leben liebst, desto unwahrscheinlicher ist es schließlich, dass du glaubst, dass jemand anderes etwas daran auszusetzen hat. Je mehr Vertrauen du in dich und deine Fähigkeiten hast, desto weniger nimmst du die Dinge persönlich.

Natürlich ist das leichter gesagt als getan, aber es ist wichtig, dass du diese Schritte machst und versuchst, deine Einstellung zu ändern…

Reflektieren und es rational sehen

Denke darüber nach, welche Reaktion du von anderen erwarten würdest, wenn du ihnen das Gleiche sagen würdest, was bei dir eine emotionale Reaktion auslöst – es ist unwahrscheinlich, dass du erwarten würdest, dass sie aufgebracht sind.

Es lohnt sich oft aufzuschreiben, welche Worte oder Taten anderer du als beleidigend empfindest. Später, wenn du allein in einem ruhigen, sicheren Raum bist, sieh dir an, was du notiert hast.

Vielleicht empfindest du die Bemerkung oder Handlung immer noch als ärgerlich oder unhöflich, aber oft wirst du sehen, dass es gar nicht so schlimm war, wie du in dem Moment gedacht hast.

Deine umgehende Reaktion wird oft sein, dass du Dinge persönlich nimmst, und diese Gewohnheit ist schwer abzulegen. Wenn du dir Zeit und Raum zum Durchatmen und Überlegen gibst, erkennst du, dass nicht alles beleidigend, spitz oder unhöflich gemeint ist.

Je mehr du das machen kannst, desto schwächer wird die Verbindung zwischen einem Wort oder einer Handlung und deiner aufgebrachten Reaktion. Im Grunde trainierst du deinen Kopf darauf, eine andere Richtung einzuschlagen, was einige Zeit und Mühe erfordert.

Dein Gehirn bildet im Laufe der Zeit in Reaktion auf bestimmte Verhaltensmuster neuronale Bahnen, also hast du dich bereits dadurch auf eine bestimmte Art der Reaktion programmiert, indem du es einfach über längere Zeit immer wieder gemacht hast.

Indem du etwas Abstand nimmst und die Dinge rational betrachtest, bringst du deinem Gehirn neue Reaktionen bei, die am Ende zum automatischen, gewohnheitsmäßigen Verhalten werden. Hurra.

Der nächste Schritt: Übernimm die Kontrolle

Selbsterkenntnis ist der Grundstein dieser Übung, und da du diesen Artikel liest, hast du bereits erkannt, dass du die Dinge persönlich nimmst und das ändern willst.

Vieles von dem, was wir für unsere Gefühle halten, spielt sich nur in unserem Kopf ab und hat oft recht wenig mit dem zu tun, was wirklich um uns herum geschieht.

Die Kontrolle kannst du unter anderen dadurch übernehmen, dass du einfach akzeptierst, wie du dich fühlst, und erkennst, dass die Gefühle zwar berechtigt, aber gleichzeitig nicht hilfreich für dich sind.

Es ist langweilig und elend und anstrengend, dich abwechselnd angegriffen und isoliert zu fühlen, aber du kannst etwas dagegen tun!

Es wird etwas dauern, also gehe zunächst sanft und geduldig mit dir um – es wird leichter werden und du wirst lernen, deine Denkweise und deinen Gedankenkreislauf in gesündere und positivere Bahnen zu lenken.

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