21 Wege, jemandem eine Angststörung zu erklären, der nie eine gehabt hat

Jeder Mensch mit einer Angststörung hat mindestens eine enttäuschende Unterhaltung gehabt, in der klar wurde, dass der andere Mensch denkt, man könne “einfach aufhören, sich Sorgen zu machen”.

Ich habe einige Menschen gefragt, wie sie ihre Angstgefühle jemandem erklären würden, dem das Konzept fremd ist.

Lies auch:

8 Dinge, von denen die Menschen nicht begreifen, dass du sie tust, weil du ADHS hast

1. “Es fühlt sich an, als ob man durch einen Strohhalm atmet.

Niemals wirklich atmen können, immer das Gefühl, dass du nicht genug Luft bekommst, ein konstanter Zustand der Panik.”

2. “Eine Angststörung bedeutet, sich schon Tage vorher nervös zu fühlen wegen eines Vorstellungsgesprächs oder einer Party – aber man fühlt sich auch schon nervös, wenn es nichts gibt, weswegen man nervös sein müsste.

Wenn du zuhause sitz und theoretisch ist alles in Ordnung, es gibt nichts, worum man sich Sorgen machen müsste, aber du fühlst dich trotzdem beunruhigt und weißt nicht, wieso.”

3. “Es ist, als ob man ständig von einer Welle nach der anderen unter Wasser gedrückt wird. Auftauchen um nach Luft zu schnappen bringt nur Erleichterung für einen Moment, aber du wirst sofort wieder nach unten gedrückt.

Manchmal sind die Wellen klein und du kannst daran vorbeischwimmen, aber manche Wellen sind so groß und heftig, dass du nichts tun kannst als abzuwarten und Geduld zu haben, dass es vorbeigehen wird.”

4. “Man fühlt sich immer angespannt, mit einer ständigen Kampf/Flucht-Reaktion wenn die Angstgefühle da sind.

In manchen Situationen denkt man zu viel nach und brauchst Bestätigung, dass deine Gedanken wertig sind, auch wenn sie vielleicht nicht rational sind – was wir verstehen, aber unser Kopf versucht uns vom Gegenteil zu überzeugen.”

5. “Es ist wie ein Gewicht auf der Brust und jedes Mal, wenn man ausatmet, wird es immer schwieriger, Luft zu holen.

Gleichzeitig schrumpft der Raum, in dem du gerade bist. Du rufst um Hilfe, weil der Raum voller Menschen ist, und sicher kann doch jemand kommen und dir das Gewicht abnehmen, damit du nicht erstickst, aber niemand hört dich, also bist du ganz allein.”

6. “Ein ständiger Kampf zwischen mir und mir selbst. Es gibt Situationen, in denen meine logische Seite, die nicht-ängstliche Seite nicht zweimal nachdenken oder verstört sein würde, aber das Angstgefühle Angstmonster in mir gewinnt und ich bin ständig in einem Zustand der Panik oder der Selbstzweifel.

Gleichzeitig versuche ich mir selbst tief im Inneren zu sagen, dass es nichts ist, oder ich schreie und kratze im Inneren ohne einen Ausweg weil ich einfach von dieser Krankheit gelähmt werde… und am Ende bin ich erschöpft, normalerweise mit Kopfschmerzen oder Migräne, wegen nichts und wieder nichts.”

7. “Es ist eine Unsicherheit, die ich anscheinend nicht überwinden kann. Weil ich weiß, was der rationale Gedankengang ist, weiß ich, dass ich mich manchmal verrückt anhöre.

Aber Angstgefühle sind eine Methode, mich selbst zu schützen. Auch wenn es sich manchmal anfühlt, als ob es nach hinten losgeht. Manchmal habe ich 100% recht mit einer Situation. Und meistens will ich das gar nicht.

Ich will unrecht haben. Ich will wissen, dass ich zu viel nachgegrübelt und überanalysiert habe, aber ich glaube, Menschen mit Angststörung sind sehr genau im Lesen von Situationen und Verstehen von Dingen und Voraussehen einer Situation.

Aber wenn ich eins über Angstgefühle gelernt habe, ist es dass die richtigen Beziehungen in deinem Leben sie nicht verursachen werden. Wenn du jemandem vertraust, ist diese Unsicherheit, das Falsche zu sagen oder denjenigen zu verlieren, kein Faktor.”

8. “Alles ist ein Worst-Case-Szenario, selbst wenn du rational gesehen weißt, dass alles in Ordnung sein wird.”

9. “Angstgefühle bedeuten für mich, dass ich weine und nicht atmen und keine Luft holen kann, mein Kopf befindet sich in einer Endlosschleife und ich kann nicht klar denken, ich fange an, mir Dinge über meine Beziehungen einzubilden und jetzt habe ich angefangen, Schlafprobleme zu bekommen.”

10. “Angstgefühle sind ein nicht eingeladener Gast in meinem Kopf, der für Menschen ohne Angststörung unsichtbar ist – sie verstehen es nicht, und weil sie denken, dass mein Leben von außen betrachtet toll aussieht, habe ich manchmal das Gefühl, dass ich verrückt bin, weil ich mich so fühle.

Angstgefühle sind eine sehr isolierende Sache, wenn man keine entsprechende Unterstützung hat. Es ist ein ständiger Zustand, sich über den schlimmsten Ausgang Sorgen zu machen, “was, wenn…?”-Szenarien.

Bei mir manifestiert es sich körperlich in Herzstolpern, Magenproblemen, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit. Für mich ist es das Schlimmste, jede Nacht um 3 Uhr aufzuwachen, mit wirbelnden Gedanken über Situationen, die vielleicht nicht einmal je eintreten werden.”

11. “Angstgefühle fühlen sich an wie 100 verschiedene Menschen, die dir 100 verschiedene Meinungen über dein Leben sagen, nach denen du nicht gefragt hast.”

12. “Eine Angststörung heißt, dass alle Probleme im Leben gleichzeitig im Vordergrund stehen, was eine Schwere der Seele verursacht.

Es ist die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Probleme, die aus dir aufsteigen und Licht auf ihre Existenz in jeder Form werfen, seien es schlaflose Nächte, dich nicht auf deine Freuden und Leidenschaften konzentrieren können, und die Auflösung des Selbstwerts über lange Zeiträume.”

13. “Panik.”

14. “Wissen, dass deine Gedanken irrational sind und dass du innerlich verrückt wirst und nicht aufhören kannst.”

15. “Es fühlt sich an, als ob ich keine Kontrolle über meine Angstgefühle habe. An manchen Tagen wache ich auf und fühle mich super und kann mit allem umgehen, was der Tag mit in den Weg wirft.

Und dann fängt in den nächsten 5 Minuten meine Brust an, sich schwer zu fühlen, meine Atmung kommt kurz, als ob ich gerade 10km in vollem Tempo gelaufen bin, ich breche in Schweiß aus, meine Hände zittern und wegen dieser überwältigenden/unkontrollierbaren Gefühle fange ich an zu weinen und fühle mich so erschöpft von dieser Episode, dass ich mich am liebsten gleich wieder umdrehen und zurück ins Bett kriechen möchte, aus Angst, dass es wieder passieren wird.

Mein Körper kann das am Tag mehrere Male machen oder gar nicht. Manchmal weiß ich, warum es geschieht, und manchmal nicht, und das Schlimmste ist, dass es zu jedem Zeitpunkt am Tag ohne Vorwarnung passieren kann, sodass es schwer ist, meinen Tag im Voraus zu planen oder überhaupt daran zu denken, das Haus zu verlassen.”

16. “Ich beschreibe es meinen Freunden oft als lähmend. Ich kann mich nicht dazu bringen, etwas zu tun, auch wenn ich es sollte. Ich kann nicht ordentlich atmen, obwohl alles in Ordnung ist.

Ich kann mich nicht aus dem Bett aufraffen, obwohl es 2 Uhr nachmittags ist. Ich kann nicht anders, als mir Sorgen zu machen, auch wenn es um etwas geht, was ich überhaupt nicht kontrollieren kann.

Ich kann das Gewicht nicht von meiner Brust heben, obwohl gar kein Gewicht da ist. Es ist lähmend.”

17. “Mir selbst im Weg stehen, in meinen eigenen Gedanken feststecken, Angst vor Bewertung, Gefühl der Wertlosigkeit, Festhalten an alten Wunden, existenzielle Krisen und ständiger niedriger Selbstwert, der zu schlechten Entscheidungen, mehr Selbstkritik und mehr innerer Angst führt… all das führt zu ständiger Sorge und negativen Vorstellungen und Nervosität.”

18. “Gefühl der Übelkeit und Krankheit. Mein Körper ist erschöpft und ich will nur noch schlafen oder weinen oder beides. Ich weiß auch nie, warum. Und manchmal fühle ich mich nach dem weinen immer noch übel und müde.”

19. “Wenn ich Angst habe, bin ich komplett auf diese eine Sache fixiert. Ich kann nicht rational oder logisch denken, ich fühle mich nur von Emotionen überwältigt.

Es fühlt sich an, als ob alles falsch ist und es immer so sein wird. Ich kann nicht weiter als bis zum Grund meiner Angstgefühle sehen oder sehen, dass es in Ordnung sein wird. Angstgefühle geben dir das Gefühl, dass die Welt endet, auch wenn sie es in Wirklichkeit nicht tut.”

20. “Wenn ich Angst habe, kann ich an nichts anderes denken als diese eine Sache, alles ist auf Autopilot. Duschen, essen, texten oder sogar ein Buck lesen fühlen sich wie eine lästige Pflicht an.

Es ist schon eine Herausforderung, einfach nur aus dem Bett zu kommen, obwohl du am liebsten einfach nur liegen bleiben würdest.”

21. “Ich habe mal gelesen, dass man jemandem Angstgefühle am besten so erklären kann, dass man sich vorstellt, man hätte Pornos im Browser offen und jemand steht hinter dir und du kannst das Fenster nicht schnell genug schließen.”

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.