Die gesundheitlichen Folgen einer Affäre…
Eine Affäre reißt tiefe Risse in das Leben der Beteiligten. Betroffene Frauen spüren oft, wie ihr Körper und ihre Seele unter der Last leiden, ohne dass sie es sofort benennen können.
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Affären sind keine rein emotionalen Konstrukte. Sie sind physiologische Ausnahmezustände. Wer sich in einer geheimen Beziehung befindet – sei es als „die Andere“ oder als derjenige, der betrügt –, setzt seinen Organismus einem chronischen Stresslevel aus, das mit dem Leben in einem Kriegsgebiet vergleichbar ist.
Die Folgen sind messbar, spürbar und oft verheerend. Hier ist, was wirklich in dir passiert, wenn du liebst, wartest und lügst
Dauerstress: Warum dein Nervensystem nicht einfach „abschalten“ kann
Stress entsteht nicht erst, wenn du schreist oder zusammenbrichst. Stress beginnt oft leise: mit innerer Alarmbereitschaft.
Der Körper schüttet vermehrt Stresshormone aus, wenn er Unsicherheit wittert – und eine Affäre ist maximale Unsicherheit.
Fragen ohne Antworten halten das System aktiv: Was war echt? Was kommt als Nächstes? Bin ich sicher?
Typische Folgen von anhaltender Anspannung:
- flacher Atem, Enge in der Brust
- Zittern, innere Unruhe, „Strom“ im Körper
- plötzliche Schweißausbrüche
- Muskelverspannungen, Kopf- und Nackenschmerzen
- Kieferschmerzen durch Pressen oder Zähneknirschen
Dazu kommt: Ungewissheit verstärkt Stress stärker als schlechte Gewissheit. Ein klares „Ja oder Nein“ lässt den Körper eher zur Ruhe kommen als ein Hin und Her, Halbwahrheiten oder widersprüchliche Erklärungen.
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Schlaf: Erschöpfung trotz Müdigkeit
Schlafprobleme gehören zu den häufigsten gesundheitlichen Folgen. Gedanken kreisen, Szenen laufen im Kopf, das Handy wird nachts kontrolliert, Gespräche werden innerlich wiederholt. Selbst wenn Schlaf gelingt, bleibt er oft oberflächlich.
Folgen von schlechtem Schlaf zeigen sich schnell:
- Konzentrationsprobleme und Vergesslichkeit
- Reizbarkeit, Tränen „aus dem Nichts“
- Heißhunger oder Appetitlosigkeit
- erhöhte Schmerzempfindlichkeit
- mehr Infekte und längere Erholungszeiten
Schlafmangel verschlechtert auch die emotionale Regulation. Das bedeutet: Der Körper reagiert schneller mit Panik, Wut oder Verzweiflung, weil die innere „Bremse“ müde ist.
Herz und Kreislauf: Wenn Kummer körperlich drückt
Herzrasen, hoher Puls, Blutdruckspitzen oder das Gefühl, „gleich kippe ich um“ – solche Symptome sind bei starkem Beziehungsstress häufig. Nicht jede Attacke ist gefährlich, aber jede ist ein Hinweis: Dein System steht unter Druck.
Warnsignale, die ärztlich abgeklärt gehören:
- anhaltender Brustdruck oder Schmerzen
- Luftnot, Ohnmacht, starke Schwindelattacken
- neu auftretender hoher Blutdruck
- Herzstolpern, das Angst auslöst oder lange anhält
Körperliche Abklärung beruhigt nicht nur medizinisch, sondern auch psychisch: Sicherheit auf dieser Ebene hilft, den Stresskreislauf zu unterbrechen.
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Magen, Darm, Appetit: Der Bauch sagt oft die Wahrheit zuerst
Verdauung reagiert besonders empfindlich auf Stress. Übelkeit beim Aufwachen, Durchfall, Verstopfung, Magenschmerzen, „Kloßgefühl“ oder ein brennender Magen treten häufig auf. Stress beeinflusst die Bewegungen des Darms, die Magensäure und auch die Zusammensetzung der Darmflora.
Appetit kann in beide Richtungen kippen:
- tagelang „nichts runterkriegen“
- ständiges Snacken als kurzfristige Beruhigung
- Heißhunger am Abend nach einem „funktionierenden“ Tag
- Gewichtsverlust oder -zunahme in kurzer Zeit
Solche Reaktionen sind keine Charakterschwäche, sondern eine Stressantwort. Essen wird dann entweder unmöglich oder zur schnellen Beruhigung.
Immunsystem, Entzündungen, Haut und Haare: Wenn der Körper die Rechnung präsentiert
Unter Dauerstress arbeitet das Immunsystem anders. Infekte treten schneller auf, Herpes kann wiederkommen, Wundheilung dauert länger. Haut und Haare reagieren ebenfalls: Akne-Schübe, Ekzeme, juckende Stellen, Haarausfall oder brüchige Nägel.
Auch Schmerzen können zunehmen:
- Rücken- und Schulterschmerzen durch Dauerspannung
- Migräne oder häufigere Kopfschmerzen
- allgemeines Erschöpfungsgefühl, „Grippe ohne Grippe“
Wer solche Symptome erlebt, bildet sich nichts ein. Stress verändert Entzündungsprozesse im Körper – und das spürt man.
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Zyklus, Hormone, Libido: Wenn Intimität nicht mehr sicher wirkt
Affären erschüttern oft das Sicherheitsgefühl im eigenen Körper, gerade bei Frauen. Zyklusveränderungen sind möglich: frühere oder spätere Blutungen, stärkere PMS-Symptome, Zwischenblutungen oder ausbleibende Perioden. Stress beeinflusst dabei die hormonelle Steuerung.
Sexualität kann ebenfalls kippen:
- völlige Lustlosigkeit, weil Nähe gefährlich wirkt
- „Pflichtsex“, um die Beziehung zu retten – oft mit innerem Rückzug
- plötzliche starke Eifersucht- und Vergleichsgedanken beim Sex
- Schmerzen beim Sex durch Anspannung oder fehlende Erregung
Intimität braucht Vertrauen. Wird Vertrauen erschüttert, reagiert der Körper häufig mit Schutz.
Infektionen und Vorsorge: Ein Punkt, der nicht peinlich sein darf
Gesundheitliche Risiken entstehen auch ganz konkret durch sexuell übertragbare Infektionen. Dabei geht es nicht um Schuld, sondern um Schutz. Nach einer Affäre (auch bei „nur einmal“, auch bei „mit Kondom“) sind Tests sinnvoll – besonders, wenn unklar bleibt, was wirklich passiert ist.
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Wichtige Schritte:
- zeitnahe Beratung in gynäkologischer Praxis oder Gesundheitsamt
- Tests nach ärztlicher Empfehlung (Zeitpunkte sind je nach Infektion unterschiedlich)
- Gespräch über Verhütung und Schutz, ohne sich kleinzumachen
- bei Schwangerschaft: umgehend ärztliche Begleitung, ohne Scham
Klarheit an dieser Stelle kann ein Stück Kontrolle zurückgeben, das durch die Affäre verloren ging.
Psyche: Angst, Grübeln, Misstrauen – und der Verlust von innerer Sicherheit
Eine Affäre kann das Weltbild erschüttern. Nicht selten lautet der schlimmste Gedanke: Wenn ich mich darin so getäuscht habe – worauf kann ich überhaupt noch vertrauen? Dieser Vertrauensbruch trifft Identität, Selbstbild und Zukunftsgefühl.
Häufige psychische Folgen:
- Angstzustände, Panikattacken
- depressive Symptome, Antriebslosigkeit, Hoffnungslosigkeit
- dauerndes Gedankenkreisen, Kontrollverhalten, ständiges „Beweise suchen“
- sozialer Rückzug, weil Erklärungen zu anstrengend sind
- Scham, auch wenn du nichts „falsch“ gemacht hast
Scham ist besonders tückisch: Sie macht still. Stillsein verlängert Leid.
Gedächtnis und Konzentration: Wenn der Kopf nicht mehr „funktioniert“
Ein Gehirn unter Stress priorisiert Gefahrenprüfung statt Kreativität und Fokus. Arbeit, Termine, Gespräche – alles wirkt plötzlich anstrengender. Fehler passieren, Namen werden vergessen, Lesen fällt schwer.
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Diese Symptome fühlen sich bedrohlich an, sind aber oft erklärbar: Dauerstress bindet Aufmerksamkeit. Der Kopf bleibt bei der offenen Wunde, nicht bei der Einkaufsliste.
Traumaähnliche Reaktionen: Flashbacks, Trigger, körperliche Panik
Bestimmte Orte, Gerüche, Lieder, Uhrzeiten oder Apps können plötzlich eine Welle auslösen. Bilder tauchen auf, obwohl du sie nicht willst. Der Körper reagiert, als würde es gerade wieder passieren.
Typische Zeichen:
- Herzrasen beim Klingeln eines Handys
- Übelkeit bei bestimmten Straßen oder Orten
- Schockstarre bei bestimmten Worten („nur eine Freundin“, „nur ein Kollege“)
- starke Schreckhaftigkeit, Überwachung der Umgebung
Solche Reaktionen bedeuten nicht, dass du „dramatisch“ bist. Dein Nervensystem hat gelernt: Gefahr könnte wiederkommen.
Wenn du selbst die Affäre hattest: Auch Schuld macht krank
Auch die Person, die fremdgegangen ist, kann gesundheitlich stark leiden – oft im Verborgenen. Doppelleben kostet Kraft. Schuld, Angst vor Entdeckung, Selbstverachtung oder das Gefühl, zwei Versionen von sich zu sein, erzeugen ebenfalls Dauerstress.
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Mögliche Folgen:
- Schlaflosigkeit und ständige innere Unruhe
- erhöhte Reizbarkeit, plötzliche Aggression
- körperliche Symptome wie Magenprobleme und Kopfschmerzen
- emotionales Abstumpfen, um „funktionieren“ zu können
Schuld verschwindet selten durch Wegdrücken. Sie verschwindet eher durch Verantwortung, Klarheit und konsequente Entscheidungen.
Kinder und Umfeld: Stress überträgt sich, auch ohne Worte
Kinder spüren Spannung. Kolleginnen merken, dass du „nicht da“ bist. Freundschaften verändern sich, weil du dich zurückziehst oder plötzlich schnell weinst. Solche Auswirkungen sind nicht deine „Schwäche“, sondern ein Zeichen, wie tief Bindungsstress in den Alltag greift.
Was jetzt hilft – konkret, ohne dich zu verbiegen
1) Körperliche Sicherheit zuerst
- ärztliche Abklärung bei starken Symptomen (Herz, Schlaf, Schmerzen, Schwindel)
- Tests auf Infektionen, wenn Risiko besteht
- Schlaf priorisieren: feste Zeiten, Handy nachts raus, Koffein reduzieren
2) Nervensystem beruhigen, nicht nur „nachdenken“
- tägliche Bewegung in moderater Form (Spaziergang reicht)
- warmes Essen, regelmäßige Mahlzeiten, ausreichend trinken
- Atmung verlangsamen: länger ausatmen als einatmen, mehrmals am Tag
3) Soziale Stütze: eine Person, die die Wahrheit aushält
Ein guter Gesprächspartner ist jemand, der nicht sofort urteilt oder Lösungen drückt, sondern dich wieder in Kontakt mit dir bringt. Unterstützung senkt nachweislich Stress – auch körperlich.
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4) Klare Grenzen statt endlose Analysen
Klarheit reduziert Stress. Dazu gehören konkrete Absprachen, Transparenz, Pausen von Kontakt oder eine klare Trennung – je nach Situation. Endlose Halbantworten halten den Körper in Alarmbereitschaft.
5) Hilfe holen, bevor du zusammenbrichst
Professionelle Unterstützung ist sinnvoll, wenn Schlaf über Wochen schlecht bleibt, Panikattacken auftreten, Essen kaum gelingt, Selbstwert massiv kippt oder dunkle Gedanken kommen. Akute Selbstgefährdung braucht sofortige Hilfe (Notruf, ärztlicher Notdienst, Krisendienst).
Warum sich das alles so „unverhältnismäßig“ anfühlen kann
Untreue trifft nicht nur Gefühle, sondern das Sicherheitszentrum. Bindung ist für den Körper keine romantische Idee, sondern Grundlage von Stabilität. Wird diese Grundlage erschüttert, reagiert der Körper mit Alarm – und Alarm macht krank, wenn er nicht endet.
Dein Erleben ergibt Sinn. Körper und Psyche spielen dir nichts vor. Heilung beginnt oft nicht mit dem perfekten Gespräch, sondern mit dem Moment, in dem du dir glaubst: So fühlt sich das an, weil mein System gerade um Sicherheit kämpft.
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