Wenn der Narzisst allein gelassen wird

Ich bin der festen Überzeugung, dass Menschen, die andere schlecht behandeln und keine Empathie oder kein Mitgefühl für andere haben, im späteren Leben kein Mitgefühl bekommen, wenn ihr gutes Aussehen weg ist und eine leere Hülle alles ist, was übrig bleibt.

Uns wird immer gesagt, uns das Innere anzuschauen, zu beobachten, wie jemand andere behandelt, ihr Herz anzuschauen und ihre Seele.

Was außen ist, ist nicht wirklich wichtig. Es ist das Innere, was zählt. Was ist im Inneren eines Narzissten? Nichts, null, nada.

Sie haben ihr ganzes Leben damit verbracht, andere zu misshandeln, voll wissend, was sie tun und ohne weiteren Gedanken an den Schmerz, den sie anderen wieder und wieder zufügen.

Der Narzisst ist ein unreifes, wütendes, wechselhaftes und kontrollsüchtiges Individuum.

Sie verbringen ihr Leben mit dem Versuch, Beziehungen zu formen. Leider ist es keine Partnerschaft, die sie suchen, sondern eine Diktatur, in der sie all die Macht und Kontrolle haben.

Schlussendlich sind die Menschen ihr Verhalten leid und verlassen sie. Eine Kette gescheiterter Beziehungen setzt ihrem schon zerbrechlichen Ego zu.

Indem sie das eigene Verlassenwerden als Resultat ihres misshandelnden und verabscheuungswürdigen Verhaltens verursachen, fügen sie sich selbst eine tiefe narzisstische Wunde zu.

Irgendwie wird der Narzisst sich einreden, dass seine eigene Selbstzerstörung die Schuld eines anderen ist.

Ähnlich wie ein Drogenabhängiger ohne seine Vorräte kann auch der Narzisst nicht damit umgehen, wenn die Versorgung knapp wird und ausläuft.

Sie werden chronisch depressiv und wütend und finden an nichts Freude. Dinge, die sie früher gerne gemacht haben, interessieren sie nicht länger.

Ihre Welt ist feindselig geworden, ihr soziales Leben ist nicht existent. Niemand will für irgendeine Dauer in ihrer Nähe sein.

Sie werden oft zum Einsiedler, abgeschottet von der Außenwelt und allen anderen die Situation vorwerfend, in der sie sich wiederfinden. Je länger der Mangel an Versorgung besteht, desto schlimmer werden ihre Unsicherheiten und ihre Paranoia.

Der Narzisst klammert sich verzweifelt an nichts. Er mag falsche Profile auf sozialen Medien erstellen, um Leute zu stalken, die er nie treffen oder sprechen wird.

Im Internet zu surfen kann ihnen die Möglichkeit geben, ein wenig Aufmerksamkeit von jemandem zu bekommen – von irgendjemandem.

Sie haben den Glauben an sich selbst verloren. Sie mögen sich nicht und auch niemand sonst mag sie, also denken sie: ‘Was macht es für einen Sinn, nett zu sein?’

Das Leben gibt ihnen genau das zurück, was sie verdienen, Einsamkeit und Isolation. Die, die einst etwas um sie gaben, sind längst weg.

Die eine Sache, die sie nie kontrollieren konnten, ist die Zeit. Während sie sich auf die Ewigkeit zubewegen, wissen sie, dass es einen endgültigen Richter gibt, und dieses Mal werden nicht sie es sein.