Wie Narzissten denken und warum sie Menschen verletzen

Narzissten können charmant, charismatisch, verführerisch, aufregend und einnehmend sein.

Sie können auch fordernd, ausnutzend, arrogant, aggressiv, kalt, wetteifernd, selbstsüchtig, unausstehlich, grausam und rachsüchtig sein. Du kannst dich in ihre charmante Seite verlieben und von ihrer dunklen Seite zerstört werden.

Es kann verwirrend sein, aber es macht alles Sinn, wenn du verstehst, was sie antreibt. Dieses Bewusstsein beschützt dich vor ihren Spielen, Lügen und Manipulationen.

Narzissten haben ein eingeschränktes oder unterentwickeltes Selbst. Sie denken und funktionieren anders als andere Menschen. Sie verhalten sich so, wie sie es tun, weil ihr Gehirn so konfiguriert ist, ob es nun an der Natur oder der Erziehung liegt.

Bedenke, dass der Schweregrad des Narzissmus unterschiedlich ist. Manche Menschen haben mehr und stärkere Symptome, während andere Narzissten weniger und schwächere Symptome aufweisen.

Die folgende Diskussion trifft daher möglicherweise nicht auf alle Narzissten im gleichen Maße zu.

Narzisstische Verletzlichkeit

Trotz ihrer scheinbar starken Persönlichkeiten sind Narzissten in Wirklichkeit sehr verletzlich. Psychotherapeuten betrachten sie als “fragil”.

Sie leiden unter hochgradiger Entfremdung, Leere, Machtlosigkeit und einem Mangel an Bedeutung. Aufgrund ihrer extremen Verwundbarkeit sehnen sie sich nach Macht und müssen wachsam ihre Umgebung, die Menschen um sie herum und ihre eigenen Gefühle kontrollieren.

Das Zeigen von verletzlichen Gefühlen, wie Angst, Scham oder Traurigkeit, ist ein unerträgliches Zeichen der Schwäche in ihnen selbst und anderen. Ihr Abwehrsystem, das unten besprochen wird, beschützt sie zwar, verletzt aber andere Menschen.

Wenn sie sich am unsichersten fühlen, sind sie bösartiger und die Auswirkungen ihrer Handlungen sind für sie irrelevant.

Narzisstische Scham

Unter der Fassade liegt toxische Scham, die unbewusst sein kann. Scham bringt Narzissten dazu, sich unsicher und unzulänglich zu fühlen – verletzliche Gefühle, die sie vor sich selbst und anderen verleugnen müssen.

Dies ist ein Grund, warum sie mit Kritik, Verantwortung, abweichenden Meinungen oder negativem Feedback nicht umgehen können, selbst wenn diese konstruktiv gemeint sind. Stattdessen verlangen sie unbedingte positive Achtung von anderen.

Arroganz

Um das Gefühl der Unterlegenheit zu kompensieren, halten sie eine überhebliche Einstellung aufrecht.

Sie sind oft arrogant, kritisch und verächtlich gegenüber anderen Menschen, inklusive ganzer Gruppen, die sie als minderwertig betrachten, beispielsweise Immigranten, Minderheiten, niedrigere ökonomische Klassen oder Menschen mit geringerer Ausbildung.

Wie Menschen, die andere schikanieren, setzen Narzissten andere herab, um sich selbst aufzuheben.

Grandiosität

Die versteckte Scham ist für ihre Prahlerei und Selbstverherrlichung verantwortlich. Sie versuchen, sich selbst und andere zu überzeugen, dass sie exzellent, besonders einzigartig und die besten, klügsten, reichsten, attraktivsten und talentiertesten Menschen sind.

Dies ist auch, warum Narzissten von Berühmtheiten und hochrangingen Menschen, Schulen, Organisationen und anderen Institutionen angezogen werden. Mit den besten Leuten Umgang zu haben überzeugt sie davon, dass sie besser als andere sind, während sie im Inneren gar nicht so sicher sind.

Anspruchsdenken

Narzissten fühlen sich berechtigt, von anderen zu bekommen, was sie wollen – unabhängig von ihrem Verhalten. Dieses Anspruchsdenken maskiert ihre innere Scham und Unsicherheit.

Sie überzeugen sich selbst, dass sie überlegen sind und daraus folgt, dass sie eine Sonderbehandlung verdienen. Beispielsweise ist ihre Zeit wertvoller als die der anderen und darum sollten sie nicht in der Schlange warten müssen wie die gesichtslosen Massen.

Es gibt keine Grenzen dafür, was sie von anderen erwarten können. Zwischenmenschliche Beziehungen sind eine Einbahnstraße, weil andere Menschen als unterlegen und nicht separat vom Narzissten gesehen werden (siehe unten).

Sie erkennen ihr Verhalten nicht als heuchlerisch an, weil sie sich überlegen und besonders fühlen. Regeln für andere Leute gelten nicht für sie.

Mangel an Empathie

Die Fähigkeiten der Narzissten, emotional zu reagieren und angebrachte Fürsorge und Sorge auszudrücken, ist signifikant eingeschränkt. Narzissten mangelt es an Empathie.

Sie sind nicht bereit, die Gefühle und Bedürfnisse anderer zu erkennen oder sich damit zu identifizieren.

Forschungen zeigen, dass sie strukturelle Anomalien in Hirnbereichen haben, die mit emotionaler Empathie in Verbindung stehen.

Sie mögen behaupten, dass sie dich lieben, aber du musst entscheiden, ob du dich mit der Art, wie sie dich behandeln, geliebt fühlst.

Echte Liebe erfordert Empathie, Mitgefühl und eine tiefe Kenntnis des Menschen, der uns etwas bedeutet. Wir zeigen aktives Interesse am Leben und Wachstum dieser Person. Wir versuchen, ihre Erfahrungen und ihre Weltsicht zu verstehen, auch wenn sie sich von der unseren unterscheidet.

Wenn du solch eine echte Liebe nicht erlebt hast oder sie mit Misshandlung vermischt war, schätzt du möglicherweise echte Liebe nicht und erwartest auch nicht, besser behandelt zu werden.

Da sie ohne Empathie sind, können Narzissten egoistisch, verletzend und kalt sein, wenn es ihnen keinen Nutzen bringt, charmant oder kooperativ zu sein. Für sie sind Beziehungen transaktional.

Statt auf Gefühle zu reagieren, sind sie daran interessiert, dass ihre Bedürfnisse erfüllt werden – manchmal sogar dann, wenn das die Ausbeutung anderer, Betrug, Lügen oder Gesetzesbrüche bedeutet.

Auch wenn sie vielleicht Aufregung und Leidenschaft in den frühen Phasen einer Beziehung empfinden, ist dies keine Liebe, sondern Lust. Sie sind für ihre Spiele bekannt. Für einen geliebten Menschen etwas zu opfern steht nicht in ihrem Handbuch.

Ihr Mangel an Empathie macht sie auch unempfindlich für den Schmerz, den sie anderen verursachen, während ihre kognitive emotionale Intelligenz ihnen einen Vorsprung darin gibt, andere zu manipulieren und auszubeuten, um ihre eigenen Bedürfnisse zu erfüllen.

Leere

Narzissten mangelt es an einer positiven, emotionellen Verbindung zu sich selbst, was es ihnen erschwert, sich emotional mit anderen zu verbinden.

Ihr unterentwickeltes Selbst und ihre mangelnden inneren Ressourcen erfordern es, dass sie für ihre Bestätigung von anderen abhängig sind.

Statt Selbstvertrauen zu haben, haben sie eher Angst, nicht liebenswert zu sein. Sie können sich nur als Reflektion in den Augen anderer bewundern. Darum sehnen sie sich trotz ihrer Angeberei und Selbstschmeichelei nach Aufmerksamkeit und ständiger Bewunderung.

Da ihr Ichbewusstsein dadurch bestimmt wird, was andere von ihnen denken, versuchen sie zu kontrollieren, was andere denken, um sich selbst besser zu fühlen. Sie nutzen Beziehungen für Selbstaufwertung und ihre “narzisstische Versorgung“.

Jedoch sind sie aufgrund ihrer inneren Leere nie zufrieden. Was immer du für sie tust, ist nie genug, um ihre Leere zu füllen. Wie Vampire, die im Inneren tot sind, beuten und saugen Narzissten die Menschen um sie herum aus.

Mangel an Grenzen

Der mythologische Narziss verliebte sich in sein eigenes Spiegelbild, das vom Wasser reflektiert wurde. Zunächst erkannte er nicht, dass es sich um ihn selbst handelte.

Dies beschreibt Narzissten metaphorisch. Ihre innere Leere, Scham und ihr unterentwickeltes Selbst machen sie unsicher im Bezug auf ihre Grenzen.

Sie erleben andere Menschen nicht als separate Individuen, sondern als zweidimensionale Erweiterungen ihrer selbst, ohne Gefühle, da Narzissten sich nicht einfühlen können. Andere Menschen existieren nur, um ihre Bedürfnisse zu erfüllen.

Dies erklärt, warum Narzissten egoistisch sind und ihre Auswirkung auf andere gar nicht wahrnehmen, selbst wenn sie sich grausam verhalten.

Narzisstische Abwehr

Die Schutzmechanismen, mit denen Narzissten ihre Verletzlichkeit beschützen sind das, was Beziehungen mit Narzissten so schwierig machen. Häufige Abwehrmechanismen sind Arroganz und Verachtung, Verleugnung, Schuldzuweisung, Projektion, Aggression und Neid.

Arroganz und Verachtung: Diese Abwehrmechanismen blähen das Ego eines Narzissten mit  einem Gefühl der Überlegenheit auf, um sich gegen unbewusste Gefühle der Unzulänglichkeit abzuschirmen. Es verschiebt die Scham außerdem, indem Unterlegenheit auf andere projiziert wird.

Verleugnung: Verleugnung verzerrt die Realität, damit ein Narzisst in einer aufgeblähten Blase seiner eigenen Fantasiewelt leben kann, um sein fragiles Ego zu schützen.

Sie verzerren, rationalisieren, verdrehen Fakten und machen sich selbst etwas vor, um alles zu vermeiden, was Schwachstellen in ihrer Rüstung verursachen könnte, die so dick ist, dass bei manchen Narzissten keinerlei Beweise oder Argumente sie durchdringen können.

Schuldzuweisung: Diese Abwehr ermöglicht es, unerträgliche Gefühle, Gedanken oder Eigenschaften abzulehnen und mental oder verbal jemandem anderen zuzuschreiben. Schuldzuweisungen verschieben die Verantwortung, sodass der Narzisst schuldlos ist. Diese Abwehr hat die gleiche Funktion wie Verleugnung.

Projektion: Projektion ist ein unbewusster Prozess, bei dem ein Narzisst nichts Negatives in sich selbst erleben muss, sondern es als extern ansieht. Diese Züge werden stattdessen auf jemanden anderen oder eine Gruppe von Menschen projiziert.

Du wirst zu demjenigen, der egoistisch, schwach, nicht liebenswert oder wertlos ist. Projektion kann Menschen, die einem Narzissten nahestehen, sehr verrückt machen und ihren Selbstwert schädigen, besonders bei Kindern.

Aggression: Aggression wird verwendet, um Sicherheit zu erschaffen, indem Leute weggestoßen werden. Narzissten sehen die Welt als feindselig und bedrohlich und gehen aggressiv auf Menschen los, sowohl mit Worten als auch im Verhalten.

Dies kann zu narzisstischer Misshandlung führen. Rachsüchtige Narzissten schlagen zurück, um Gefühle der Demütigung ungeschehen zu machen und ihren Stolz wiederherzustellen, indem sie den Angreifer besiegen.

Neid: Narzissten müssen die Besten sein. Sie können keine Freude für die Erfolge anderer empfinden. Wenn jemand anderes hat, was sie wollen, fühlen sie sich unterlegen. Das Leben ist ein Nullsummenspiel.

Wetteifernde Narzissten sind nicht nur neidisch auf Menschen, die haben, was sie wollen, sie können auch rachsüchtig reagieren, um sie niederzumachen, besonders, wenn sie sich bedroht fühlen. Narzissten sind oft neidisch und konkurrieren mit ihren Kindern.

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