Dein Seelenverwandter ist nicht, wer du denkst

Wir haben alle unsere eigene romantisierte Vorstellung davon, wie es sein wird, wenn wir die wahre Liebe finden.

Wie es passieren wird. Wie es sich anfühlen wird. Wie er oder sie aussieht, sich anhört, sich verhält wird. Sogar wie er oder sie küssen wird.

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Und ab und zu treffen wir diesen Menschen dann wirklich.

Da ist er! In der Bar, direkt neben uns! Oder am anderen Ende des Flurs auf der Arbeit! Oder in der Schlange in der Buchhandlung!

Er ist perfekt. Genau so, wie wir ihn uns vorgestellt haben. Und so nehmen wir die Fährte auf. Und laufen hinterher. Und umwerben.

Und zeigen uns von unserer besten Seite. Und kämpfen dafür, eine Chance auf die perfekte Verbindung zu bekommen, die wir uns so lange im Kopf ausgemalt haben.

Und manchmal klappt es!

Wir bekommen seine Telefonnummer. Und ein Date! Und ein zweites Date! Und manchmal läuft es sogar ein oder zwei Monate gut! Aber dann läuft es irgendwann schief.

Was einst mühelos schien, wird anstrengend.

Die perfekten Gespräche laufen plötzlich nicht mehr so einfach.

Der Glanz hat sich abgenutzt. Jetzt ist es plötzlich Arbeit. Und wer hat schon Zeit dafür?

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Und genau das ist der Punkt, an dem so manche Beziehung ein unglückliches Ende findet.

Weil der andere denkt, dass alles immer nur magisch sein sollte. Dass alles andere falsch ist.

Aber wir laufen ihm trotzdem hinterher! Wir wollen es wiederhaben! Wir überlegen, was wir tun können, um dieses sinkende Schiff zu retten.

Sollten wir uns ändern? Unser Verhalten anpassen? Unsere ganze Persönlichkeit ändern? Denn schließlich ist es Liebe. Sicher ist sie es wert, Opfer zu bringen, oder?

Denn es gibt da draußen in der Welt der Romantik eine große, furchtbare Vorstellung:

Dass es nicht echt ist, wenn es nicht schwer ist.

Wahre Romantik muss verdient werden, glauben wir. Erkämpft. Gerade noch überlebt.

Wenn es leicht fällt, ist es unecht. Oberflächlich. Zu einfach.

Wir müssen für die Liebe leiden. Wir müssen in regelmäßigen Abständen weinen. Unseren Glauben immer wieder verlieren, nur um ihn dann gerade noch wiederzuerlangen.

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In aller Bescheidenheit schlage ich vor, dass solche Überzeugungen das romantische Äquivalent zu 100% erstklassigem Mist sind.

Vielleicht entstammt es den puritanischen Anfängen unserer Kultur. Die Vorstellung, dass alles Große es wert ist, dafür zu leiden.

Und auch wenn ich zustimme, dass für die Liebe Arbeit, Geduld und Vergebung notwendig sind, glaube ich nicht, dass ständige, andauernde Schadensbegrenzung ein Teil von ihr sein sollte.

Wenn deine Beziehung ständige, andauernde akrobatische Manöver erfordert, um sie über Wasser zu halten, ist es keine Beziehung; sondern ein Untergangsprojekt.

Beziehungen sollten generell einfach sein.

Wenn sie unheimlich viel Arbeit erfordern, die ganze Zeit über, dann stimmt etwas nicht.

Es ist wahrscheinlich, dass entweder:

A) Einer (oder beide) von euch nicht stabil genug ist, um überhaupt in einer Beziehung zu sein, und du musst alleine losziehen und lernen, wie du mit nichts anderem als dir selbst glücklich bleibst. (Und ja, ich bin schon oft dieser Mensch gewesen.)

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B) Einer von euch hat unrealistische Erwartungen an das, womit der andere ihn regelmäßig versorgen soll. (Und ja, auch dieser Mensch bin ich schon gewesen.)

Er oder sie denkt, dass du dafür zu sorgen hast, dass er oder sie ständig gut unterhalten ist. Oder mit Speis und Trank verwöhnt wird. Oder sexuell befriedigt. Oder emotional gerettet. Oder finanziell rausgehauen.

Nichts davon ist auf Dauer haltbar.

Weshalb ich das Folgende sage:

Laufe nicht dem Menschen hinterher, den du kaum festhalten kannst, wenn du in bester Form bist.

Suche dir den Menschen, mit dem du glücklich sein kannst, selbst wenn du einen schlechten Tag hast. Oder eine schlechte Woche. Oder einen Monat.

Denn solche Tage wird es geben, immer und immer wieder im Laufe einer Beziehung.

Und der Mensch, der nur glücklich mit dir ist, wenn du ein Superheld bist, wird nicht bleiben, wenn du schlussendlich wieder zum Sterblichen wirst und es stattdessen brauchst, dass er für dich da ist.

Lasse es also mit dem Supermodel. Das Nachrennen hinter deinem persönlichen David Beckham oder deiner persönlichen Jessica Alba.

Für ein oder zwei Wochen mag es sich wie der Himmel anfühlen, aber sie würden dich wahrscheinlich fallenlassen, sobald du einmal für mehr als 2-3 Sekunden am Stück nicht der Inbegriff der Perfektion bist.

Die perfekte Harmonie mit dem Mister oder der Miss Right, die wir alle uns in unseren Herzen ausgemalt haben, wird die endlosen gewöhnlichen Tage nicht überleben, aus denen das echte Leben besteht.

Der Mensch, der wirklich richtig für dich ist, ist wahrscheinlich geschickt als derjenige getarnt, mit dem du jeden Tag arbeitest. Oder derjenige, mit dem du seit fünf Jahren beiläufig über deinen Bekanntenkreis befreundet bist. Der dich in guten und schlechten Zeiten gesehen hat.

Und immer noch da ist und an dein immenses Potenzial glaubt. Und der wahrscheinlich super küssen kann, wenn du ihm nur eine Chance geben würdest.

Das ist der Mensch, mit dem es auch auf Dauer ehrlich einfach sein wird.

Wenn du also das nächste Mal nach dem Richtigen suchst, suche nicht auf einer Bühne oder einem Podest nach irgendeiner leuchtenden Verwirklichung deiner Fantasien. Drehe dich um und schaue hinter dich.

Auf den Menschen, den du vielleicht übersehen hast. Den Menschen, der im Stillen alles ist, was du von ihm brauchst und mehr.

Du musst nur genauer hinsehen.