11 Dinge, die erklären, wie es ist, ein introvertierter Empath zu sein

Wenn du ein Empath bist, weißt du schon, dass du die Welt auf einzigartige Weise erlebst.

Empathen haben die angeborene Fähigkeit, die Emotionen anderer Menschen zu fühlen, als ob es die eigenen wären. Dies erlaubt ihnen, Menschen auf tiefgehende und intime Weise zu verstehen sowie auch emotionalen Schmerz zu heilen.

Allerdings werden Empathen aufgrund ihres Mitgefühls und ihrer Sorge um andere oft ausgenutzt. Und es ist nicht leicht, durchs Leben zu gehen und die Gefühle anderer zu absorbieren (manchmal sogar die Gefühle völlig fremder Menschen!).

Aber ich möchte dir sagen, dass du nicht alleine bist; es gibt da draußen mehr Menschen wie dich, als du vielleicht denkst. Und es gibt Dinge, die du tun kannst, um die emotionale Überforderung zu handhaben, die du manchmal fühlst.

Die Entdeckung des Begriffes “Empath” half einige Dinge darüber zu erklären, warum ich so bin, wie ich bin.

Es gibt viele Wege, auf die ich meine Persönlichkeit beschreibe: ein introvertierter oder hoch empfindsamer Mensch (HSP), aber ich denke, ein Empath zu sein ist wirklich der Kern dessen, wer ich bin.

Also sind hier 11 Dinge, die geholfen haben, manche der “ungewöhnlichen” Teile meiner Persönlichkeit zu erklären, die mich mein ganzes Leben lang verwirrt haben. Kannst du es nachvollziehen?

Wie es ist, ein introvertierter Empath zu sein

1. Empathen versetzen sich mit Leichtigkeit in die Lage anderer.

Eine der leichtesten und natürlichsten Übungen für einen Empath ist zu verstehen, was ein anderer Mensch durchmacht. Das ist im Grunde die Definition des Wortes “Empathie”, das die Handlung beschreibt, “die Gefühle, Gedanken und Erfahrungswelt eines anderen zu verstehen, sich ihrer bewusst zu sein und sie indirekt mitzuerleben.”

Kurz gesagt bedeutet Empathie, in den Schuhen eines anderen zu gehen, selbst wenn er einen komplett anderen Pfad beschritten hat als alles, was du je erlebt hast.

Das soll nun nicht heißen, dass Empathen eine übernatürliche Fähigkeit haben, jede menschliche Situation, Erfahrung oder Gefühlslage  zu verstehen – wir sind kein Medium – aber wir verstehen dich recht leicht.

2. Wir empfinden tief.

Ich weiß nicht, wie ich es erklären soll, aber es ist, als ob meine Emotionen erhöhter zu sein scheinen als die anderer um mich herum.

Dies kann sowohl ein Segen als auch ein Fluch sein. Positiv ist, dass ich Freude, Frieden und Glück stark empfinde. Allerdings gibt es Zeiten, in denen eine größere Neigung zu Apathie mein Leben einfacher machen würde; es ist ermüdend, ständig intensive Emotionen zu empfinden.

Wenn ich zum Beispiel gestresst bin oder mit etwas zu kämpfen habe, werden meine Schlafstörungen schlimmer, meine Stimmung stürzt ab, ich höre mir viel traurige Musik an und es ist viel zu leicht, traurig zu werden und mich zu verlieren.

3. Wir können über scheinbar unwichtige Dinge in Tränen ausbrechen.

Ich habe geweint beim Anblick eines Ausstellungsstücks im Museum, beim Lesen eines Buches, bei einer traurigen (oder herzerwärmenden) Geschichte, und besonders beim Ansehen oder Lesen der Nachrichten.

Ich breche leicht in Tränen aus, manchmal bei scheinbar “unwichtigen” Dingen. Wenn die Tränen kommen, muss ich auswerten, woher sie kommen: Ist die Emotion meine oder gehört sie zu jemandem anderen?

Für den tief empfindsamen Empathen kann die Grenze verschwimmen.

4. Wir sind leidenschaftlich.

Ein Grund, warum introvertierte Empathen emotional werden, ist unsere große Kapazität für Leidenschaft. Wenn es ein Anliegen, einen Menschen oder eine Gruppe gibt, die uns wirklich etwas bedeuten, geben wir unser ganzes.

Als introvertierter Mensch sehne ich mich nicht nach dem Rampenlicht und vermeide es im Allgemeinen, mich zum Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu machen. Aber wenn ich glaube, dass mein Handeln wirklich einen Unterschied machen wird, verlasse ich meine Wohlfühlzone.

Dann erkennst du vielleicht den enthusiastischen, bestimmten Menschen nicht wieder, zu dem ich werde.

5. Wir hören zu, weil wir wirklich etwas darum geben.

Introvertierte sind im Allgemeinen dafür bekannt, gute Zuhörer zu sein. Kombiniere den Introvertierten mit einem Empathen und du verstärkst diese Fähigkeit. Als Empathen geht es gegen unsere Natur, uns nicht zu kümmern.

Wenn du die Emotionen anderer Menschen wahrnehmen kannst, kannst du nicht anders, als dich um sie zu sorgen. Du kannst nicht anders, als an ihren Erfolgen und Problemen teilzuhaben. Du kannst nicht anders, als interessiert zuzuhören.

6. Wir lieben es, zu dienen.

Es fällt uns schwer, die Augen vor Leid zu verschließen, sei es ein Freund oder ein Fremder auf der Straße. Weil wir die Gefühle anderer aufnehmen, nehmen wir auch das Leiden anderer auf.

Als Folge davon haben Empathen das Herz eines Dieners. Es ist egal, ob es etwas anderes gibt, was wir eigentlich tun sollten oder ob wir vorher andere Pläne gemacht hatten. Wenn jemand Schmerz empfindet und wir etwas daran tun können, tun wir das auch.

Natürlich verursacht uns das manchmal Probleme. Andere Menschen sehen unsere Großzügigkeit und nutzen sie aus – besonders die, die toxisch, emotional bedürftig oder sogar soziopathisch sind.

Darum ist es wichtig, wenn du ein Empath bist, dass du starke, gesunde Grenzen hast.

7. Manchmal verstehen wir die Gefühle anderer, aber nicht unsere eigenen.

Es ist ein bisschen wie zu wissen, wer für deine Freunde schwärmt, aber komplett die Möglichkeit außer Acht zu lassen, dass jemand dich mag. Die Gefühle anderer Menschen zu lesen? F

ür einen Empathen ist das ein Leichtes. Deinen eigenen inneren Aufruhr als introvertierter Mensch auszusortieren? Meistens ein komplettes Scheitern! Man sollte meinen, dass Ichbewusstsein eine grundlegende menschliche Eigenschaft ist, aber für manche von uns ist es ein wenig schwieriger zu verstehen.

Empathen fühlen und verstehen so viel, dass es eine überwältigende Aufgabe sein kein, die eigenen Gefühle von den Gefühlen anderer zu unterscheiden – wenn auch eine notwendige.

8. Wir können Menschen gut lesen.

Menschen sind die hellste Sache auf unserem Radar. Wir lesen sie gut und bemerken die Körpersprache, den Ton der Stimme, ein kleines Zögern hier, einen plötzlichen Themenwechsel dort. Vielleicht ist es das, woran sich unsere Empathie nährt.

Wenn du subtile emotionale Signale bemerkst, kannst du nicht anders, als hereingezogen zu werden. Und was immer du tust: Lüge einen Empathen nicht an. Weil wir so viel an Menschen bemerken, sind wir praktisch laufende Lügendetektoren.

9. Wir formen starke, dauerhafte Bindungen.

Sobald wir eine Bindung mit jemandem eingehen, kann es Anklänge von “bis dass der Tod uns scheidet” bekommen. Selbst wenn uns Zeit und Entfernung trennen, denken wir wahrscheinlich immer noch an dich – Menschen bedeuten uns viel, auch wenn wir als introvertierte Menschen vielleicht nicht die Besten darin sind, es auch zu zeigen.

Und wenn wir uns wiedersehen, rechne damit, dass wir genau da wieder ansetzen, wo wir aufgehört haben.

10. Wir werden als übermäßig sensibel oder emotional bezeichnet.

Als ich aufgewachsen bin, wurde mir wer weiß wie oft gesagt, dass ich “zu emotional” oder “zu sensibel” sei. Wenn dir das auch gesagt wurde, könntest du ein Empath sein.

11. Empathen sind heiß begehrt, werden aber nicht genug gewürdigt.

Ja, Empathen sind emotional. Ja, wir sind empfindsam. Aber wir sehen das nicht als etwas Schlechtes.

Es ist nichts Schlimmes, tief zu empfinden oder sich leidenschaftlich zu sorgen. Um genau zu sein, wäre die Welt ein besserer Ort, wenn wir alle ein wenig mehr Empathie hätten.

Vielleicht erleben introvertierte Empathen dies mehr als extrovertierte Empathen.

Wenn du aufmerksam zuhörst, dich ehrlich sorgst und wenig Interesse daran hast, das Gespräch zu dominieren, kommen Menschen und ihre Probleme in Scharen zu dir.

Es ist egal, ob dich jemand kaum kennt, aber irgendetwas an Empathen bringt Menschen dazu, dir ihre Seele zu offenbaren. Es ist wirklich keine große Überraschung, wenn man bedenkt, wie gut im Verstehen Empathen sind, auch wenn es manchmal frustrierend sein kann.

Wir geben extrem viel um das Wohlbefinden anderer, und darum können wir uns hinsetzen und uns auf die Zunge beißen, um jemandem zuzuhören, wie er über die gleichen Dinge meckert, schon wieder.

Jedoch müssen Empathen auf einseitige Beziehungen achten, in denen sie alles von sich geben und nicht einmal annähernd das gleiche zurückbekommen.

Eine Schlussbemerkung für Empathen

Meine lieben Empathen, ihr wurdet mit der Grundeinstellung geboren, tief mitzuempfinden. Andere an erste Stelle zu setzen. Zu verstehen. Zu heilen. Eure selbstlose Einstellung ist sowohl mutig als auch mitfühlend.

Vernachlässigt es aber nicht, für euch selbst zu sorgen. Es wird Menschen geben, die eure Empfindsamkeit nicht zu schätzen wissen oder die versuchen werden, eure Empathie auszunutzen.

Dies sind die Menschen, die es nicht wert sind, sich über sie den Kopf zu zerbrechen.

Sucht euch stattdessen Menschen, die euch so schätzen und unterstützen, wie ihr sie schätzt und unterstützt. Als Introvertierte haben wir begrenzte soziale Energie, sodass wir besonders wählerisch sein müssen, mit wem wir unsere Zeit verbringen. Und als Empathen müssen wir unsere empfindsamen Herzen beschützen.

Und lass dir von niemandem einreden, dass es sich nicht lohnt, etwas um Menschen zu geben. Andererseits bin ich auch sicher, dass ihr das bereits wisst.

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