9 verstörende Wege, wie Narzissten dich im Bett bestrafen – aus der Sicht einer, die es erlebt hat…
Ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, dass das, was in meinem Schlafzimmer passierte, keine „komplizierte Beziehung“ war, sondern Missbrauch. Nicht der offensichtliche, den man in Filmen sieht.
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Kein Schreien, keine fliegenden Teller. Sondern leise, schleichend, verwirrend – und besonders brutal dort, wo ich am verletzlichsten war: in meiner Sexualität.
Narzissten bestrafen dich nicht immer mit lauten Worten. Oft bestrafen sie dich mit ihrem Schweigen, ihrem Körper, ihrer Nähe – oder genauer gesagt: mit dem Entzug von all dem. Und weil Sex so eng mit unserem Selbstwert, unserer Intimität und unserem Gefühl von „gewollt sein“ verbunden ist, trifft es genau ins Zentrum.
Ich schreibe das nicht als Therapeutin, nicht als Expertin von außen, sondern als jemand, die nachts wach lag und sich fragte: „Bin ich verrückt oder ist das hier nicht normal?“ Falls du dich das auch fragst: Du bist nicht verrückt. Und du bist nicht allein.
Wenn man mit einem Narzissten schläft, ist das Bett kein Ort der Erholung. Es ist ein Schachbrett. Ein Schlachtfeld, auf dem ungesagte Kriege geführt werden.
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Im Folgenden teile ich 9 subtile, seltsame, aber extrem verletzende Arten, wie Narzissten dich im Bett bestrafen – so, wie ich sie erlebt oder bei anderen Betroffenen gesehen habe.
1. Sexentzug als unsichtbare Waffe
Es beginnt oft harmlos.
Ein Streit, eine Meinungsverschiedenheit, irgendein „Fehlverhalten“ aus deiner Sicht völlig banal. Und plötzlich merkst du: Er/sie berührt dich nicht mehr. Keine Umarmung, kein Kuss, kein liebevolles Streifen der Hand. Im Bett dreht sich die Person demonstrativ weg.
Ich erinnere mich an Abende, an denen ich neben jemandem lag, der angeblich „mich liebte“ – und der mich behandelte, als wäre ich Luft. Ich konnte fast körperlich spüren, wie die Mauer zwischen uns wuchs. Ich fragte: „Ist alles okay?“ Antwort: „Ja. Du bildest dir das ein.“ Aber sein Körper sprach eine andere Sprache. Sein Rücken war wie ein Schild, abweisend und kalt.
Diese Form der Bestrafung ist so effektiv, weil sie etwas existenziell Menschliches trifft: unser Bedürfnis nach Zuneigung und Bestätigung. Du beginnst, dich selbst in Frage zu stellen:
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- Bin ich unattraktiv geworden?
- Habe ich etwas falsch gemacht?
- Bin ich das Problem?
Und genau das ist der Punkt: Du sollst anfangen, an dir zu zweifeln – damit er oder sie die Macht über dich behält. Du wirst konditioniert wie ein Tier, das erst dann wieder Futter bekommt, wenn es brav Männchen macht. Du lernst: Eigenwille führt zu Einsamkeit.
2. Plötzliche Ablehnung im letzten Moment
Eine der verwirrendsten Erfahrungen mit einem narzisstischen Partner war dieses ständige Hin und Her: Erst starke Anziehung, dann eiskalte Ablehnung – oft innerhalb von Minuten. Das ist kein normales „Nein“, das jedem zusteht. Es ist eine Inszenierung.
Wir lagen eng umschlungen, die Stimmung war intim, ich fühlte mich endlich verbunden. Er sendete Signale, initiierte vielleicht sogar. Kurz bevor es wirklich intim wurde, drückte er mich weg, drehte sich um, nahm sein Handy oder sagte trocken: „Ich bin doch zu müde. Und irgendwie… du machst mich gerade nicht an.“
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Das tat weh. Aber was noch viel schlimmer war: Es passierte immer dann, wenn ich vorher irgendwo meine Meinung gesagt hatte, eine Grenze gesetzt hatte oder etwas „Falsches“ gewagt hatte. Nie direkt im Zusammenhang – immer ein bisschen zeitversetzt, damit ich es nicht klar benennen konnte. Aber mein Körper hat es gespeichert: Nähe ist unsicher. Nähe kann jederzeit zur Demütigung werden.
Diese Art von Bestrafung ist besonders perfide, weil sie etwas Intimes mit Scham verknüpft. Du liegst da, körperlich bereit, emotional offen, und wirst fallengelassen.
Du fängst an, Sex nicht mehr mit Lust zu verbinden, sondern mit der Angst vor der nächsten Zurückweisung. Du bist wie ein Hund, dem man den Knochen hinhält, nur um ihn im letzten Moment wegzuziehen und zu lachen.
3. Abwertung deines Körpers im intimsten Moment
Narzissten wissen intuitiv, wo deine empfindlichsten Stellen sind. Und genau dort setzen sie an. Aber sie tun es selten plump.
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Es waren nie platte Beleidigungen wie „Du bist hässlich“. Es war subtiler. Er kommentierte beiläufig meinen Körper, immer so verpackt, dass ich mich schlecht, aber irgendwie auch „empfindlich“ fühlte, wenn es mich verletzte:
- „Andere Frauen in deinem Alter sehen irgendwie straffer aus.“
- „Du warst früher sexier, weißt du das?“
- „Meine Ex hatte viel mehr Lust auf Sex. Das war irgendwie… heißer.“
Manchmal kam es mitten im Akt: Ein Blick auf meinen Bauch, ein Seufzen, ein Kommentar über Licht, Winkel, Vergleich. Du liegst da, nackt, roh, verletzlich – und bekommst signalisiert: Du bist nicht genug. Du genügst meinen Standards nicht.
Das ist keine „Ehrlichkeit“. Das ist strukturelle Abwertung. Du lernst, deinen Körper als Projekt zu sehen, das du optimieren musst, um nicht erneut bestraft zu werden. Du denkst: „Wenn ich 5 Kilo abnehme, liebt er mich wieder.“
Aber das Perfide ist: Selbst wenn du dich veränderst, abnimmst, „bemühst“ – das Spiel bleibt das gleiche. Die Regeln ändern sich ständig, damit du nie gewinnst.
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4. Sex als Belohnung für Gehorsam
In einer gesunden Beziehung ist Sex ein freiwilliger Ausdruck von Nähe, Lust und Verbindung – nie eine Währung. In einer narzisstischen Beziehung wird er genau das: eine Belohnung für gutes Verhalten.
Ich merkte es erst rückblickend: Wir hatten immer dann besonders „guten“, intensiven Sex, wenn ich mich vorher angepasst hatte. Wenn ich klein beigegeben hatte, mich entschuldigt hatte, obwohl ich im Recht war, oder seine Sicht der Dinge ohne Widerworte übernommen hatte.
Er machte mir dann Komplimente, war extrem aufmerksam, manchmal plötzlich unglaublich zärtlich, fast schon übertrieben (Lovebombing). Ich fühlte mich gesehen, begehrt – und die Botschaft, die sich still einbrannte, war:
„Wenn du so bist, wie ich dich haben will, bekommst du Liebe. Wenn nicht – Entzug.“
Langfristig führt das dazu, dass du dich im Bett nicht mehr als eigenständige Person erlebst, sondern als jemand, der performt, um Nähe nicht zu verlieren. Deine eigenen Wünsche, deine Lust, deine Grenzen – alles wird zweitrangig gegenüber der Frage: „Was muss ich tun, damit er/sie mich will?“ Du verkaufst deine Seele für ein bisschen körperliche Wärme.
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5. Körperlich da, emotional weg: Die gefrorene Nähe
Es gibt eine Form von Bestrafung, die ich als „gefrorene Nähe“ bezeichne. Manche Überlebende nennen es auch den „Seestern-Modus“. Der Körper ist da, der Sex findet statt – aber emotional ist die andere Person wie ausgeknipst.
Ich hatte Sex mit einem Menschen, der mich in diesen Momenten ansah, als wäre ich ein Objekt. Kein liebevoller Blick, keine Verbundenheit, kein echtes „Bei-mir-Sein“. Er ließ es geschehen, passiv, oder er nahm sich, was er brauchte, mechanisch und kalt.
Nach außen hätte es nach normalem Sex ausgesehen. Innen fühlte es sich an, als wäre ich allein im Raum. Als würde ich einen Fremden benutzen oder von einem Fremden benutzt werden.
Wenn ich hinterher sagte, dass ich mich leer fühlte, kam: „Du übertreibst. Wir hatten doch Sex, also was willst du noch?“
Diese Gefühllosigkeit ist eine Bestrafung, besonders wenn du vorher dramatische, intensive Nähe erlebt hast: Lovebombing, leidenschaftliche Nächte, fast filmreife Szenen. Du weißt, dass er/sie anders kann – aber plötzlich bekommst du nur noch diese kalte, mechanische Version.
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Das sendet eine klare Botschaft: „Deine Gefühle interessieren mich nicht. Ich entscheide, wann Nähe echt ist – und wann nicht. Du bist gut genug für meinen Körper, aber nicht für mein Herz.“
6. Demütigende „Witze“ über deine Sexualität
Narzissten lieben es, eigene Aggressionen als Humor zu tarnen. „Schrödingers Arschloch“ nennt man das im Internet: Jemand sagt etwas Furchtbares und entscheidet erst anhand deiner Reaktion, ob es ein Witz war oder ernst gemeint. Gerade im Bett ist das eine perfide Strategie.
Er machte Witze über meine „Leistung“, über Geräusche, die ich machte, über Dinge, die ich mochte oder nicht mochte. Sätze wie:
- „Ach, du brauchst ja ewig, um überhaupt draufzukommen.“
- „Naja, berauschend war’s jetzt nicht, aber war okay.“
- „Du bist halt ein bisschen verklemmt, daran müssen wir arbeiten.“
Wenn ich verletzt war, kam sofort: „Das war doch nur Spaß. Du bist echt sensibel. Man kann mit dir gar keinen Spaß haben.“ Und so lernt man, seine eigenen Gefühle nicht mehr ernst zu nehmen. Man lacht mit, um nicht wieder als „überempfindlich“ oder „Spaßbremse“ dazustehen.
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Aber innerlich stirbt jedes Mal ein kleines Stück Selbstwert. Diese „Witze“ sind keine Witze. Sie sind gezielte Stiche ins Herz deiner Sexualität. Sie sorgen dafür, dass du dich nie sicher genug fühlst, um dich wirklich fallen zu lassen.
7. Grenzen übergehen – und dich dann für dein „Nein“ bestrafen
Eine der schmerzhaftesten Ebenen war die mit meinen Grenzen. Ich war anfangs stolz darauf, welche ich kannte und wie klar ich sie formulierte. Ich dachte naiv: „Wenn ich deutlich bin, wird er das respektieren.“ Fehlanzeige. Narzissten testen Grenzen, sie respektieren sie nicht.
Zuerst kamen die „harmlosen“ Versuche, mich zu Dingen zu drängen, die ich nicht wollte:
- „Komm, probier’s doch wenigstens einmal.“
- „Du vertraust mir wohl nicht genug.“
- „Andere machen das auch, stell dich nicht so an.“
Ich sagte Nein. Am Anfang akzeptierte er es scheinbar. Doch später, im Bett oder am nächsten Morgen, kam die Strafe – subtil:
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Was lässt einen Narzissten jemanden anderen lieben?
- Er wurde distanzierter.
- Es gab weniger Zärtlichkeit.
- Er wirkte „unzufrieden“ und mürrisch mit mir, ohne es direkt auszusprechen.
- Manchmal brach er den Sex abrupt ab, mit einem Seufzen: „Mit dir ist es irgendwie anstrengend.“
So lernte ich, dass jedes Nein emotional teuer werden konnte. Ich lernte: Mein Schutz seiner Gefühle ist wichtiger als mein Schutz meines Körpers. Und früher oder später fängt man an, aus Angst vor dieser Bestrafung Ja zu Dingen zu sagen, die man eigentlich nicht will. Das ist kein einvernehmliches Experimentieren. Das ist Druck. Das ist Nötigung durch die Hintertür.
8. Gaslighting: Er/sie bestimmt, was im Bett „wirklich“ passiert ist
Ich erinnere mich an eine Nacht, in der ich mich danach extrem unwohl fühlte. Es war nichts „Kriminelles“ passiert, nichts, was man von außen sofort als Übergriff erkannt hätte. Aber innerlich war ich wie ausgehöhlt, weil Dinge passiert waren, die sich falsch anfühlten. Ich fasste mir ein Herz und sagte: „Das gestern, das war mir zu viel. Ich habe mich dabei nicht gut gefühlt.“
Seine Antwort: „Hä? Du warst doch voll dabei. Du hast doch…“ (und dann listete er Dinge auf, die ich angeblich getan oder gemocht hätte.) „Du hast es doch genossen, tu jetzt nicht so scheinheilig.“
Ich fing an, an meiner eigenen Wahrnehmung zu zweifeln. War ich wirklich „voll dabei“? Habe ich vielleicht doch mehr signalisiert, als ich dachte? War mein Unwohlsein nur „Überempfindlichkeit“? Habe ich falsche Signale gesendet?
Gaslighting im Bett bedeutet: Deine eigene Erinnerung, deine Gefühle, dein Nein, dein Unbehagen werden systematisch umgedeutet, bis du nicht mehr weißt, was real ist. Er schreibt die Geschichte deiner Erfahrungen neu. So verlierst du nach und nach jede Sicherheit in dir selbst. Und ein Mensch ohne innere Sicherheit ist leicht zu kontrollieren.
9. Triangulation im Schlafzimmer: Eifersucht als Strafinstrument
Etwas, das ich viel zu spät als Muster erkannt habe, war die ständige Präsenz anderer Frauen in unserem Schlafzimmer – nicht physisch, aber mental. Man nennt das „Triangulation“: Ein Dreieck bilden, um dich unsicher zu machen.
Er erwähnte seine Ex, wie „wild“ und „unkompliziert“ sie im Bett gewesen sei. Er machte Kommentare über Schauspielerinnen, Kolleginnen, Fremde: „Hast du gesehen, wie die Kellnerin sich bewegt? Die hat bestimmt richtig Feuer im Bett.“
Manchmal schaute er demonstrativ anderen Frauen hinterher, kurz bevor wir im Bett landeten. Oder er redete über Pornos, in denen „Frauen wissen, wie man einen Mann zufriedenstellt“ und verglich mich subtil damit.
Die Botschaft, die bei mir ankam, war klar:
- Andere sind aufregender.
- Andere sind leichter zufrieden zu stellen.
- Andere sind freier, mutiger, schöner, williger.
Und wenn ich dann nicht so „performte“, wie er es wollte, spürte ich seine Enttäuschung – manchmal offen, manchmal still. Ich war nie genug. Und diese unsichtbare Konkurrenz lag immer mit im Bett.
Das ist kein „harmloser Vergleich“. Es ist emotionale Gewalt. Es sorgt dafür, dass du dich permanent minderwertig fühlst – und dich noch mehr anstrengst, um dieses imaginäre Niveau zu erreichen, das er selbst definiert. Du kämpfst gegen Geister, die du nicht besiegen kannst.
Was das alles mit dir macht – und warum es keine „Kleinigkeiten“ sind
All diese „weirden“ Formen der Bestrafung im Bett haben eines gemeinsam: Sie zielen nicht nur auf dein sexuelles Erleben. Sie zielen auf deinen Kern.
- Dein Gefühl, liebenswert zu sein.
- Deine Fähigkeit, deinem eigenen Körper zu vertrauen.
- Deine Intuition, wann etwas gut oder schlecht für dich ist.
- Deine Grenzen.
Ich dachte lange, ich sei einfach „nicht locker genug“, „zu sensibel“, „schwierig“. Heute weiß ich: Ich war in einer Dynamik gefangen, die genau davon lebte, dass ich mich selbst für das Problem hielt. Es war eine Gehirnwäsche, die statt mit Worten mit Haut und Berührung (oder deren Entzug) durchgeführt wurde.
Wenn du dich in irgendetwas wiedererkennst, was du hier gelesen hast, dann ist es wichtig, dir Folgendes bewusst zu machen:
- Du übertreibst nicht.
- Deine Wahrnehmung zählt.
- Dein Nein ist gültig, auch wenn es jemand kleinredet.
- Sex sollte dich nicht leerer zurücklassen, als du dich vorher gefühlt hast.
Wie Heilung beginnen kann
Heilung beginnt oft nicht mit großen Schritten, sondern mit einem einzigen, stillen Satz in dir: „Das war nicht okay, was da passiert ist.“
Vielleicht brauchst du Zeit, bis du die Beziehung verlassen kannst. Vielleicht bist du schon draußen, aber dein Körper reagiert noch mit Scham, Ekel, Taubheit oder Angst, wenn es um Sex geht. Vielleicht erstarrst du, wenn dich jemand Nettes berührt, weil dein System auf „Strafe“ programmiert ist. All das ist normal nach solchen Erfahrungen. Dein Körper hat versucht, dich zu schützen.
Was helfen kann:
- Darüber sprechen – mit jemandem, der dich ernst nimmt (Freunde, Therapeutin, Beratungsstelle). Das Schweigen bricht die Macht des Narzissten.
- Lesen und dich informieren – über narzisstische Dynamiken, Trauma, sexuelle Grenzverletzungen. Wissen bringt Klarheit. Zu verstehen, dass es System hatte, nimmt die Schuld von deinen Schultern.
- Den eigenen Körper zurückerobern – durch sanfte Berührung, Bewegung, Yoga, Selbstfürsorge. Lerne deinen Körper wieder als dein Zuhause kennen, nicht als Objekt für jemand anderen. Ohne Leistungsdruck, ohne „funktionieren zu müssen“.
- Neue Erfahrungen machen – erst mit dir selbst, später vielleicht mit einem Menschen, der deine Grenzen achtet, deine Unsicherheiten nicht gegen dich verwendet und Sex nicht als Waffe benutzt.
Ich schreibe das nicht, weil ich alle Antworten hätte. Ich schreibe es, weil ich weiß, wie es ist, nachts im Bett zu liegen und sich zu fragen, ob man jemals wieder entspannt nackt sein kann – körperlich und seelisch.
Doch ja, es ist möglich. Nicht schnell. Nicht linear. Nicht ohne Rückschläge. Aber möglich.
Narzissten hinterlassen Risse in deiner Intimität. Heilung bedeutet, diese Risse nicht zu verstecken, sondern zu verstehen: Sie sind kein Zeichen, dass du „kaputt“ bist – sondern, dass du überlebt hast.
Und irgendwann, wenn du wieder neben jemandem liegst, der deine Hand hält, während du unsicher von deinen Ängsten erzählst, und der nicht lacht, nicht abwertet, nicht bestraft, sondern einfach da bleibt – dann wirst du spüren, was du verdient hast.
Du hast nie Bestrafung verdient. Nicht im Bett. Nicht irgendwo. Niemals.














