Ein persönlicher Erfahrungsbericht über die Illusion von Liebe und den Weg zurück zu sich selbst
Wenn ich heute an ihn zurückdenke, sehe ich zuerst ein Lächeln. Dieses warme, einladende, fast magische Lächeln, das mir damals das Gefühl gab, endlich angekommen zu sein, nach all dem Suchen und den halben Sachen.
Lies auch:Einen Narzissten ignorieren, der versucht, dich zu bestrafen
10 geradezu hinterhältige Dinge, die Narzissten in Beziehungen tun
14 Lügen, die Soziopathen und Narzissten dich glauben machen wollen
Es war, als hätte jemand alle Farben im Raum ein wenig kräftiger gedreht, als hätte plötzlich alles Sinn ergeben. Ich dachte: „So fühlt sich Liebe an. So muss es sein, wenn man endlich gesehen wird.“
Was ich damals nicht wusste – und was mich Jahre kosten sollte, zu begreifen: Ich schaute nicht in ein Gesicht. Ich schaute in eine perfekt geformte Maske.
Ich schreibe diesen Text für dich. Für dich, die du nachts wach liegst und dich fragst, ob du verrückt geworden bist. Für dich, der du dich fragst, wo der wunderbare Mensch hin ist, den du kennengelernt hast.
Ich schreibe das, weil ich dort war, wo du jetzt bist: in diesem Nebel, in dem nichts mehr wahr zu sein scheint und du dir selbst am wenigsten traust.
Die erste Begegnung: Die Perfektion der Täuschung
Ich habe ihn kennengelernt in einer Phase, in der ich mich verletzlich fühlte. Viel Arbeit, wenig Schlaf, einige Enttäuschungen in früheren Beziehungen. Ich war müde – lebensmüde auf eine leise Art. Aber tief in mir war dieser Wunsch: „Vielleicht gibt es da doch jemanden, der mich wirklich versteht.“
Lies auch:Narzisst und Empath
8 Dinge, die du erwarten kannst, wenn du mit einem Narzissten Schluss machst
Wie ein Narzisst die Liebe wirklich sieht, aus der Sicht eines Narzissten geschrieben
Und dann war da er. Charmant, aufmerksam, witzig. Er stellte Fragen über mich, hörte zu – wirklich zu, wie ich damals glaubte. Er erinnerte sich an Details, die ich nur im Nebensatz erwähnt hatte. Er machte mir Komplimente, die genau meine tiefsten Unsicherheiten trafen und sie heilten – nur für den Moment.
Er sagte Sätze wie: „Du bist so anders als die anderen Frauen, die ich kenne.“ „Ich habe mich noch nie so verstanden gefühlt wie bei dir.“ „Ich kann bei dir einfach ich selbst sein, ohne Fassade.“
Die Ironie dieser Aussage schmerzt mich heute fast körperlich. Ich dachte, ich hätte etwas Besonderes gefunden. In Wahrheit hatte etwas Besonderes MICH gefunden – aber nicht aus Liebe, sondern als Projektionsfläche, als Batterie, als Bühne.
Heute weiß ich: Narzissten sind Meister darin, zu spiegeln (Mirroring). Er spiegelte mir genau das zurück, wonach ich mich sehnte. Er passte seine „Persönlichkeit“ an meine Bedürfnisse an, wie ein Schauspieler, der seine Rolle perfektioniert, nachdem er das Drehbuch meiner Seele gelesen hat.
Lies auch:Vier Gründe, warum der Narzisst dich nie geliebt hat
Eine Beziehung zu einem Narzissten wird immer einseitig sein
Das Handbuch für narzisstische Partner
Es fühlte sich an wie Seelenverwandtschaft. In Wahrheit war es Datenerfassung.
Die Maske der Liebe: Die Phase der Idealisation
In den ersten Wochen war alles intensiv. Nachrichten morgens direkt nach dem Aufwachen, Nachrichten nachts, spontane Besuche, große Worte, für die andere Jahre brauchen.
„Ich habe noch nie jemanden wie dich getroffen.“ „Du veränderst mein Leben.“ „Ich weiß jetzt, was Liebe wirklich bedeutet.“
Es ging schnell. Viel zu schnell – aber ich wollte nicht sehen, dass es ungesund war. Warum auch? Ich war glücklich. Endlich jemand, der sich kümmert, der sich bemüht, der mich auf ein Podest stellt.
Wenn ich heute auf diese Zeit zurückblicke, erkenne ich mit schmerzhafter Klarheit: Er liebte nicht mich als Mensch mit Fehlern und Kanten. Er liebte das Gefühl, das er durch mich bekam. Er liebte das Bild, das er von uns erschaffen hatte – das Power-Couple, die perfekte Symbiose.
Lies auch:Wie ein Narzisst das Leben und dich sieht
Warum du dich nach narzisstischer Misshandlung niemals in eine neue Beziehung stürzen solltest
Vier Dinge, die ein Narzisst sagen wird, um dich abzuwerten
Ich war nicht Partnerin, ich war Spiegel. Ich war nicht Mensch, ich war Bestätigung Die Maske, die er trug, war makellos: verständnisvoll, sensibel, reflektiert, „besser als alle anderen Männer“, wie er selbst oft betonte, während er subtil über seine Freunde oder Ex-Partner herzog. Und ich glaubte ihm. Ich sah die Maske – und hielt sie für das Gesicht.
Die ersten Risse: Widersprüche, die wir weg erklären
Die Maske fiel nicht auf einmal. Sie riss langsam. Ganz leise, fast unmerklich – so, dass ich jedes Loch in ihr mit meinen eigenen Erklärungen und Entschuldigungen füllte. Wir sind so gut darin, das Unerträgliche passend zu machen, weil wir die Hoffnung nicht aufgeben wollen.
Es begann mit Kleinigkeiten:
- Er war plötzlich „gestresst“ und kalt, wenn ich ein Bedürfnis äußerte, das nicht in seinen Plan passte.
- Er machte komische, abwertende Witze über meine Gefühle oder Hobbys, nur um danach zu sagen: „Das war doch nur Spaß, sei nicht so empfindlich.“
- Er erzählte mir Geschichten über seine Ex-Partnerinnen: Sie waren alle „verrückt“, „zu sensibel“, „psychisch labil“ oder „undankbar“.
Ich hätte stutzig werden müssen, als er den klassischen Satz sagte: „Alle haben mich immer nur ausgenutzt. Ich bin immer derjenige, der gibt, und am Ende werde ich verletzt.“
Lies auch:Narzissten lieben – 7 Gründe, warum es weh tut, einen Narzissten zu lieben
Gebrochener Narzisst
10 Zeichen, dass du mit einem selbstverliebten Narzissten zusammen bist!
Damals dachte ich: „Oh, wie traurig, dieser arme Mann wurde so oft verletzt. Ich werde ihm zeigen, dass es auch anders geht.“ Heute denke ich: „Wie praktisch, dass immer alle anderen schuld sind. Ein Mensch ohne Anteil an seinen Konflikten ist kein Opfer, er ist ein Täter, der die Geschichte umschreibt.“
Die ersten Male, als er mich verletzte, geschah es subtil: Ein herablassender Tonfall am Abendbrotstisch. Eine verdrehte Aussage vor Freunden. Wenn ich darauf hinwies, kam: „Du bildest dir das ein.“
Und ich? Ich fing an, mir selbst zu misstrauen.
Der langsame Tod des Selbstvertrauens
Gaslighting ist ein kalter, leiser Prozess. Niemand nimmt dir plötzlich dein ganzes Vertrauen weg – es wird dir in kleinen Portionen entzogen, tröpfchenweise, bis du irgendwann allein im Regen stehst und nicht mehr weißt, ob du nass bist oder ob du dir das Wasser nur einbildest.
Er tat etwas Verletzendes – und wenn ich es ansprach, änderte sich plötzlich die Realität:
Lies auch:5 hinterhältige Dinge, die Narzissten tun, um dich auszunutzen
Wie sich eine Beziehung mit einem Narzissten wirklich anfühlt
5 narzisstische Manipulationstaktiken, die Narzissten benutzen, um in deinen Kopf zu kommen
- „Das habe ich nie gesagt.“
- „So habe ich das nicht gemeint, du drehst mir die Worte im Mund um.“
- „Du erinnerst dich falsch, du bist in letzter Zeit so vergesslich.“
- „Du siehst alles immer so negativ, du machst uns kaputt.“
Irgendwann fragte ich mich nicht mehr „Warum tut er das?“, sondern: „Bin ich wirklich so schwierig?“ „Übertreibe ich?“ „Liegt alles an mir?“
Er schaffte es, die Deutungshoheit über unsere gesamte Beziehung zu übernehmen. Er war das Maß aller Dinge. Er entschied, was „normal“ war, was „übertrieben“ war und wann ich „mal wieder austicke“. Ich stand neben mir wie eine Statistin in meinem eigenen Leben, wartend auf Regieanweisungen von jemandem, der mich eigentlich zerstören wollte.
Die kalte Seite: Entwertung, wenn die Maske verrutscht
Die Idealisation hielt nicht ewig. Irgendwann reichte ihm mein Applaus nicht mehr. Oder ich funktionierte nicht mehr so reibungslos, wie er es brauchte. Vielleicht war ich zu ehrlich geworden, zu kritisch, zu „anstrengend“, weil ich Fragen stellte, Grenzen setzte, nicht mehr alles bewunderte.
Lies auch:3 hinterlistige und beängstigende Trennungstaktiken eines Narzissten
Narzisstisches Spiegeln
Kuscheln Narzissten gerne?
Plötzlich war da ein anderer Mensch vor mir. Seine Augen, einst so warm und leuchtend, wurden teilnahmslos und kalt. Es war, als würde man das Licht in einem Haus ausschalten – niemand war mehr zu Hause. Seine Stimme, einst sanft, bekam eine schneidende Schärfe.
Er fing an, mich systematisch abzuwerten:
- „Du verstehst einfach nichts von der Welt.“
- „Mit dir kann man nicht normal reden.“
- „Kein Wunder, dass andere mit dir Probleme haben.“
Er stellte mich vor Freunden indirekt bloß, erzählte „lustige Anekdoten“, in denen ich tollpatschig, hysterisch oder unfähig wirkte. Alle lachten. Ich lachte mit, während ich innerlich starb. Wenn ich später verletzt reagierte, war ich „peinlich“, „dramatisch“ oder „humorlos“.
Und dann dieser Satz, der sich eingebrannt hat: „Früher warst du anders. Du warst mal leicht. Du warst mal fröhlich. Jetzt bist du nur noch schwierig.“
Ich verstand damals nicht, dass ich „früher“ in seiner idealisierten, kontrollierbaren Form funktionierte – angepasst an seine Maske. Und jetzt begann ich, ich selbst zu sein, mit Ecken und Kanten und Bedürfnissen. Und ein Narzisst erträgt keine echten Menschen.
Lies auch:Was ein Narzisst von seinem Partner erwartet
Die 7 großen Zeichen, dass du mit einem Narzissten schläfst
5 Gründe, warum dein narzisstischer Ex dich nie vergessen wird
Er braucht Figuren, die sich in sein Drehbuch fügen. Sobald die Figur eigenständig wird, muss sie aus dem Skript geschrieben werden.
Die zwei Gesichter: Öffentlich strahlend, privat zerstörerisch
Einer der schmerzhaftesten Aspekte war dieser krasse Unterschied zwischen dem Menschen, den andere sahen, und dem, den ich erlebte. Diese Dissonanz macht dich einsam.
Vor anderen war er:
- charmant
- hilfsbereit
- der Entertainer
- „der Gute“
Alle mochten ihn. Viele bewunderten ihn. „Du hast so einen tollen Partner, er engagiert sich so sehr“, sagten sie mir. Manchmal dachte ich: „Vielleicht bin wirklich ich das Problem. Alle anderen kommen doch mit ihm klar.“
Denn was keiner sah:
- Wie er mich anschweigt (Silent Treatment), manchmal tagelang, als Strafe dafür, dass ich eine falsche Meinung hatte.
- Wie er plötzlich emotional verschwindet, wenn ich Nähe brauche oder krank bin.
- Wie er mich dafür bestraft, dass ich glücklich bin ohne ihn.
Ich lebte mit einem Doppelgänger: Dem glänzenden, makellosen Aushängeschild, das er der Welt präsentierte. Und dem kalten, egozentrischen, leeren Menschen, der mir nachts sagte, ich sei „zu viel“ und gleichzeitig „nicht genug“.
Lies auch:Wie man mit einem Narzissten umgeht – 8 kluge & einfache Schritte
Warum du NIEMALS Paartherapie mit einem Narzissten versuchen solltest
Haben Narzissten magische sexuelle Kräfte?
Diese Spaltung in meinem Kopf machte mich langsam kaputt. Wie soll man anderen erklären, dass der nette, beliebte Mann, den alle kennen, hinter verschlossener Tür ein emotionaler Vampir ist? Man beginnt zu schweigen. Aus Scham. Aus Angst, nicht ernst genommen zu werden.
Die unsichtbare Gewalt: Wenn Worte tiefer schneiden als Schläge
Er hat mich nie geschlagen. Und lange dachte ich deshalb: „So schlimm ist es ja nicht. Es ist ja keine ‚echte‘ Gewalt.“ Was für ein fataler Irrtum. Was ich nicht verstand: Psychische Gewalt braucht keine Fäuste.
Sie ist oft viel perfider, weil sie keine blauen Flecken hinterlässt, die man vorzeigen kann. Sie hinterlässt Narben auf der Seele, die niemand sieht.
Sie arbeitet mit:
- Schweigen als Waffe
- ständigen Schuldzuweisungen (Schuldumkehr)
- Kontrolle über dein Selbstbild
- unterschwelligen Drohungen („Wenn du so weitermachst, bin ich weg.“)
- geplanter Verunsicherung
Es war, als würde er systematisch mein inneres Fundament demontieren. Stein für Stein. Ich begann, mich selbst zu verlieren. Ich sagte nicht mehr, was ich dachte, um keinen Streit zu provozieren.
Lies auch:3 hinterhältige und beängstigende Trennungstaktiken eines Narzissten
10 Zeichen des narzisstischen Fremdgehens & wie du sie ansprichst
Was lässt einen Narzissten jemanden anderen lieben?
Ich lief wie auf Eierschalen durch meine eigene Wohnung. Ich minimierte meine Bedürfnisse, um „nicht zu nerven“. Ich analysierte jede meiner Reaktionen, bis ich handlungsunfähig wurde.
Und er? Er stand in der Mitte meines Universums, unerschütterlich, während ich langsam um ihn kreiste – und dabei vergaß, dass ich einmal einen eigenen Orbit hatte, eigene Träume, eigene Kraft.
Der Moment der Erkenntnis: Die Maske fällt
Es gibt selten einen einzigen großen Moment, in dem die Maske komplett zerbricht. Bei mir war es eher eine Summe vieler kleiner Momente, bis irgendwann eine innere Grenze überschritten war, von der ich nicht wusste, dass ich sie noch hatte.
Es war ein Streit – wieder einmal wegen „nichts“. Ich hatte gewagt zu sagen, dass ich mich allein gelassen fühle. Er schaute mich an – diese kalte, abwertende Art, diese leeren Augen – und sagte:
„Mit dir stimmt was nicht. Du brauchst Hilfe. So wie du bist, kann man dich nicht ertragen. Niemand wird das je ertragen außer mir.“
Etwas in mir brach – aber nicht so, wie es sonst brach. Sonst brach ich nach innen, gegen mich. Dieses Mal passierte etwas anderes. Da war plötzlich eine leise, fast trotzige Stimme in mir, die sagte:
„Nein. Mit mir stimmt etwas. Ich fühle Schmerz, weil man mich verletzt. Das ist gesund. Aber mit dem, was hier passiert, stimmt gar nichts.“
Ich begann zu lesen. Heimlich. Über Narzissmus. Über toxische Beziehungen. Über emotionale Gewalt. Seite für Seite erkannte ich Muster wieder. Sätze, Situationen, Blicke. Es war, als würde jemand das Licht anschalten in einem Raum, in dem ich jahrelang im Dunkeln saß und dachte, ich sei blind.
Zum ersten Mal sah ich, dass dieses perfekte Bild, das er von sich erschaffen hatte, genau das war: ein Bild. Eine Illusion. Eine Maske, die so dünn war, dass sie nur hielt, solange ich sie stützte.
Ich erkannte: Er ist nicht stark. Er ist unfassbar schwach. So schwach, dass er einen anderen Menschen brechen muss, um sich selbst ganz zu fühlen.
Der Abschied: Die Maske kämpft ums Überleben
Sich von einem Narzissten zu lösen, ist selten ein stiller, sauberer Prozess. Die Maske will überleben – um jeden Preis. Sie erträgt keine Zurückweisung.
Als ich erste Distanz schaffte, reagierte er wie aus dem Lehrbuch:
- Plötzlich war er wieder der Liebende vom Anfang.
- Er schrieb lange Briefe, sprach von Einsicht, von „Fehlern, die wir beide gemacht haben“ (klassische Schuldverteilung).
- Er weinte. Er versprach Therapie.
Das ist die gefährlichste Phase: Wenn der Mensch, der dich gerade noch zerstört hat, plötzlich wieder der wird, in den du dich damals verliebt hast. Dein Herz will glauben: „Siehst du?
Er hat es verstanden! Die Liebe siegt!“ Doch diesmal wusste ich: Das ist nicht echt. Das ist die Maske, die zurückkehrt, weil ihr der Kontrollverlust droht. Er vermisste nicht mich. Er vermisste die Macht über mich.
Als er merkte, dass ich ernsthaft gehen will und mein „Nein“ ein „Nein“ blieb, fiel die Maske schneller als je zuvor. Er wurde kalt. Rachsüchtig. „Du übertreibst maßlos.“ „Keiner wird dich so lieben wie ich.“ „Du wirst sehen, was du verloren hast. Du wirst angekrochen kommen.“
In diesen letzten Gesprächen war die Maske rissig wie nie. Zwischen den Zeilen war seine Verachtung spürbar, sein verletzter narzisstischer Stolz. Es ging ihm nicht um den Verlust eines geliebten Menschen. Es ging ihm um den Verlust eines Besitzes.
Die Zeit danach: Wer bin ich ohne seine Version von mir?
Nach der Trennung stand ich vor dem Spiegel und wusste nicht mehr, wer ich bin. Jahrelang hatte er mir erzählt, wie ich sei: „zu emotional“, „zu schwach“, „zu schwierig“.
Es dauerte lange, bis ich begriff: Diese Worte sagten rein gar nichts über mich aus. Sie waren eine Beschreibung seiner eigenen Unfähigkeit, echte Nähe und echte Gefühle zuzulassen. Er hatte seine Schatten auf mich projiziert.
Heilung nach einer Beziehung mit einem Narzissten bedeutet, dein eigenes Gesicht wiederzufinden – hinter all den Masken, die man dir übergestülpt hat. Es bedeutet, wieder zu lernen:
- deinen Gefühlen zu trauen (auch den negativen).
- deinen Erinnerungen zu vertrauen (nein, du hast es dir nicht eingebildet).
- deine Grenzen zu schützen, ohne dich dafür zu entschuldigen.
Es ist ein langsamer, manchmal schmerzhafter Prozess. Es gibt Tage, an denen man ihn vermisst – oder zumindest die Illusion von ihm. Das ist normal.
Das ist der Entzug von der Droge „Hoffnung“. Aber jeder Schritt weg von der Lüge, so klein er auch ist, ist ein Schritt hin zu dir selbst.
Was ich dir heute sagen möchte
Heute weiß ich mit jeder Faser meines Körpers: Bei einem Narzissten ist nichts so, wie es scheint. Das, was du siehst, ist nicht der Mensch – es ist die Maske, die er braucht, um sich selbst ertragen zu können.
Hinter der Maske ist oft keine böse Fratze, sondern eine gähnende Leere. Ein schwarzes Loch, das alles Licht schluckt, das du hineingibst.
- Die große Empathie ist oft intellektuell nachgeahmt, nicht gefühlt.
- Die „Tiefe“ ist oft nur eine Spiegelung deiner eigenen Tiefe.
- Die Reue ist oft Taktik, kein ehrliches Bedauern.
Wenn du dich gerade jetzt – während du diese Zeilen liest – fragst, ob du vielleicht „zu sensibel“ bist, und gleichzeitig ein Teil in dir schreit, dass etwas Grundlegendes nicht stimmt: Hör auf diesen Teil. Dieser Teil ist dein gesunder Kern, der überlebt hat.
Du bist nicht verrückt. Du bildest dir das nicht ein. Und vor allem: Du kannst ihn nicht retten. Du kannst ihn nicht gesund lieben. Liebe ist für einen Narzissten keine Heilung, sie ist nur Treibstoff.
Masken kann man nicht retten. Man kann sie nur fallen lassen.
Es ist nicht deine Aufgabe, seine Fassade aufrechtzuerhalten. Deine Aufgabe ist es, dein eigenes Leben zurückzuerobern. Dich selbst anzuschauen, ohne Verachtung, ohne seine Stimme in deinem Kopf.
Ich weiß, wie weh es tut, zu erkennen, dass vieles von dem, was du für die große Liebe gehalten hast, nur Inszenierung war. Der Schmerz ist real. Die Trauer ist real. Aber ich kann dir auch versprechen:
Auf der anderen Seite dieser Erkenntnis wartet etwas, das schöner und echter ist als alles, was du in seiner Illusionswelt je hattest – Deine Freiheit. Und Du selbst.
Und das ist das Einzige im Leben, das keine Maske braucht, um geliebt zu werden.














