Wie Narzissten jeden Urlaub und jeden Familienausflug ruinieren

Liebe Frauen, stellt euch folgende, allzu vertraute Situation vor: Ihr habt Wochen im Voraus geplant. Die Koffer sind gepackt, die Snacks für die Fahrt sind vorbereitet, die Route ist herausgesucht. Ihr habt an absolut alles gedacht, von der Sonnencreme für die Kinder bis hin zur Reiseapotheke. 

Tief in euch tragt ihr diesen kleinen, hartnäckigen Funken Hoffnung: Dieses Mal wird es anders. Dieses Mal haben wir einen schönen, friedlichen Familienausflug. Dieses Mal können wir einfach nur glücklich sein.

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Doch schon wenige Stunden später sitzt ihr mit einem dicken Kloß im Hals da. Die Stimmung ist eisig, ein Streit ist völlig aus dem Nichts eskaliert, die Kinder sind verunsichert und still geworden. Ihr fragt euch einmal mehr: Was habe ich falsch gemacht? Habe ich etwas Falsches gesagt? War der Ausflug zu stressig geplant? War ich nicht entspannt genug?

Die wichtigste Antwort, die ihr aus diesem Artikel mitnehmen sollt, lautet: Ihr habt absolut nichts falsch gemacht. Eure Wahrnehmung ist völlig richtig, und ihr seid mit diesem Schmerz nicht allein.

Wenn ihr mit einem Menschen zusammenlebt, der stark ausgeprägte narzisstische Züge trägt, also extrem auf sich selbst bezogen ist, ein tiefgreifendes Defizit an echtem Mitgefühl für andere besitzt und ständig Bestätigung oder absolute Kontrolle über seine Umgebung braucht, dann folgt das Scheitern von Urlauben und Ausflügen einem geradezu unheimlich präzisen Muster. Es liegt nicht am Zielort, nicht am Wetter, nicht an den Kindern und schon gar nicht an euch.

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In diesem Artikel wollen wir uns tiefgehend ansehen, was genau bei diesen Ausflügen passiert. Wir schauen uns die nackten Tatsachen an und blicken hinter die Kulissen dieses Verhaltens. Denn erst, wenn man das Muster klar erkennt und versteht, kann man aufhören, die Schuld unermüdlich bei sich selbst zu suchen.

Warum gerade Urlaube und Ausflüge so oft eskalieren

Bevor wir in die einzelnen Verhaltensweisen eintauchen, müssen wir verstehen, warum ausgerechnet die freien Tage, die der Erholung dienen sollen, so oft zum emotionalen Schlachtfeld werden. Im strukturierten Alltag haben stark selbstbezogene Menschen ihre festen Routinen, ihr Umfeld und oft ihren Beruf, wo sie Anerkennung finden und die Regeln diktieren können. 

Ein Urlaub oder ein Familienausflug verlangt jedoch genau das, was ihnen am schwersten fällt: Kompromisse eingehen, sich auf die Bedürfnisse anderer (insbesondere der Kinder) einstellen, geteilte Aufmerksamkeit ertragen und die Kontrolle ein Stück weit abgeben. Im Urlaub geht es um das „Wir“. Es geht um Gleichberechtigung und gemeinsame Freude. 

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Für jemanden, der innerlich extrem unsicher ist und das durch ständige Kontrolle, Dominanz und den unbedingten Drang, im Mittelpunkt zu stehen, überspielen muss, ist ein Urlaub keine Entspannung. Er ist eine Bedrohung seines Selbstbildes. 

Schauen wir uns die konkreten Situationen an, die immer wieder passieren: 

1. Sie laufen weit vor dir und den Kindern, als wollten sie nach außen den Eindruck erwecken, allein unterwegs zu sein.

Es ist ein klassisches Bild in Freizeitparks, in Zoos, bei Stadtbummeln oder auf Strandpromenaden: Du schiebst den Kinderwagen, trägst vielleicht noch den Rucksack mit den Wasserflaschen, den Jacken und dem Proviant und versuchst gleichzeitig, das ältere Kind bei Laune zu halten. 

Und dein Partner? Er läuft fünf, zehn oder gar zwanzig Meter vor euch. Wenn du ihn bittest, auf euch zu warten, wird er oft ungehalten, seufzt genervt oder verlangsamt seine Schritte nur für eine Minute, um dann unweigerlich wieder den Abstand zu vergrößern.

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Was steckt dahinter?
Dieses Verhalten hat zwei entscheidende Ebenen. Zum einen zeigt sich hier eine eklatante emotionale und physische Distanzierung. Eine Familie ist ein Team, besonders wenn man unterwegs ist. Jemand, der beharrlich weit vorausläuft, signalisiert nonverbal: Euer Tempo ist mir zu anstrengend, eure Bedürfnisse interessieren mich nicht, ich mache mein eigenes Ding. Ihr seid ein Klotz am Bein.

Zum anderen geht es um das Bild, das nach außen vermittelt wird. Stark selbstbezogene Menschen möchten von Fremden nicht als „Befehlsempfänger“ der Familie, als Packesel oder als gewöhnlicher, gestresster Familienvater gesehen werden. Indem sie allein vorausgehen, wahren sie für sich selbst und für Beobachter die Illusion von absoluter Freiheit und Unabhängigkeit. 

Sie entziehen sich schlichtweg der gemeinsamen familiären Verantwortung und zwingen euch gleichzeitig in die Rolle derer, die „hinterherlaufen“ müssen. Er bestimmt die Richtung und das Tempo, eine sehr subtile, aber wirkungsvolle Form der Kontrolle.

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2. Für ein einziges normales Familienfoto musst du sie beinahe anbetteln.

Du möchtest eigentlich nur diese eine, völlig normale Sache: Ein schönes Erinnerungsfoto von euch allen vor einer Sehenswürdigkeit, im Wald oder am Strand. Für die meisten Familien ist das eine liebevolle Selbstverständlichkeit. Für dich ist es ein kräftezehrender Kampf. 

Wenn du fragst, ob ihr ein gemeinsames Foto machen könnt, verdreht er die Augen. Er stöhnt laut auf. Wenn ihr euch dann aufstellt, schaut er absichtlich genervt, weigert sich zu lächeln, schneidet eine unpassende Grimasse oder dreht sich exakt im Moment des Auslösers weg. Hinterher hast du entweder gar kein Foto oder eines, auf dem die angespannte, feindselige Stimmung deutlich zu spüren ist. 

Was steckt dahinter?
Ein Familienfoto dokumentiert Einheit, Zusammengehörigkeit und vor allem Gleichwertigkeit. Es zeigt eine Gruppe von Menschen, die auf einer Ebene stehen. Auf diesem Bild geht es nicht nur um ihn in seiner Großartigkeit, sondern um euch als kollektives Ganzes. Das widerstrebt seinem innersten Kern, denn echte Verbundenheit fühlt er in diesem Moment nicht. 

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Zudem genießt er die Machtposition in dieser Situation extrem. Er weiß ganz genau, wie viel dir dieses harmonische Bild bedeutet. Indem er es dir verweigert, es ins Lächerliche zieht oder es dir unendlich schwer macht, hat er die volle Kontrolle über deine Emotionen in diesem Moment. 

Du gerätst in die Position der Bittstellerin. Dieses Machtgefälle – du willst etwas, er verweigert es dir, füttert sein Bedürfnis nach Überlegenheit.

3. Sobald du anfängst, den Tag wirklich zu genießen, beschweren sie sich plötzlich über das Geld und darüber, wie teuer alles ist.

Es ist Nachmittag. Die Sonne scheint. Ihr sitzt vielleicht gerade in einem kleinen Café an der Promenade, es gibt ein Eis für die Kinder, du trinkst einen Kaffee und hast für einen kurzen, kostbaren Moment das Gefühl: Das Leben ist schön. Wir haben es gut.

Genau in diesem Moment, exakt dann, wenn du beginnst zu strahlen und dich zurücklehnst, fällt sein Blick auf die Speisekarte oder den Kassenbon. Plötzlich, wie aus dem Nichts, hält er einen wütenden Vortrag darüber, wie unverschämt teuer das hier alles ist. Er rechnet dir lautstark vor, was dieser Ausflug bisher gekostet hat. 

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Er gibt dir das direkte oder indirekte Gefühl, verschwenderisch und undankbar zu sein. Innerhalb von Sekunden ist deine unbeschwerte Freude verschwunden und weicht einem massiven schlechten Gewissen und totaler Anspannung.

Was steckt dahinter?
Fakt ist: Hier geht es absolut nicht um das Geld. Das auffällige an diesem Muster ist das perfekte Timing. Es geht einzig und allein um deine Freude. Menschen, die tief in ihrem Inneren eine große emotionale Leere und Unzufriedenheit in sich tragen, ertragen es extrem schwer, wenn andere unbeschwert glücklich sind, ganz besonders dann, wenn dieses Glück aus dir selbst heraus entsteht und sie nicht der strahlende Mittelpunkt oder der Schöpfer dieses Glücks sind. 

Geld ist in zwischenmenschlichen Beziehungen ein universelles, gesellschaftlich akzeptiertes Machtinstrument. Es eignet sich hervorragend, um eine positive Stimmung sofort zu kippen und ein ernsthaftes, bedrückendes Thema in den Vordergrund zu drängen. 

Mit dem Thema „Kosten“ zieht er dich sofort aus deiner emotionalen Leichtigkeit heraus, zwingt dich in eine Position der Rechtfertigung und ruiniert den Moment. Seine unausgesprochene Botschaft lautet: Du hast kein Recht, dich hier so sorglos zu freuen, während ich angeblich die harte finanzielle Last trage.

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4. Selbst kleine Bedürfnisse der Familie lassen sie wie eine riesige Belastung erscheinen.

Ein Ausflug mit Kindern bringt zwangsläufig natürliche Bedürfnisse mit sich. Jemand hat Durst. Jemand muss dringend auf die Toilette. Jemandem ist kalt oder die Beine tun weh. Das sind völlig normale, biologische und menschliche Vorgänge, die auf einem mehrstündigen Trip unzählige Male passieren.

Doch wenn du oder die Kinder ein solches Bedürfnis äußern, reagiert er, als hättet ihr gerade etwas völlig Ungeheuerliches, ja fast Beleidigendes verlangt. Ein tiefes, genervtes Ausatmen. Ein scharfes „Jetzt nicht schon wieder!“. Wenn er das Auto anhalten muss, damit ein Kind zur Toilette gehen kann, lässt er durch Blicke, Körpersprache und Kommentare alle spüren, dass dies sein gesamtes Zeitmanagement zerstört und seine Nerven aufs Äußerste strapaziert. 

Die traurige Folge: Du fängst an, die Bedürfnisse der Kinder herunterzuspielen. Du flüsterst ihnen zu „Kannst du noch ein bisschen aushalten?“, nur um seine schlechte Laune zu vermeiden.

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Was steckt dahinter?
Hier zeigt sich ein ganz elementarer Mangel an echter Empathie. Echte Empathie bedeutet, sich emotional in die Lage eines anderen hineinzuversetzen und dessen Gefühle und körperliche Bedürfnisse als ebenso wichtig und legitim anzusehen wie die eigenen. Für stark egozentrische Persönlichkeiten ist jedoch ausschließlich ihr eigener Zustand von Relevanz. 

Wenn er keinen Durst hat, macht eine Pause sachlich für ihn keinen Sinn. Wenn er nicht auf die Toilette muss, ist euer Bedürfnis eine unnötige Störung seines perfekten Plans. Alles, wirklich alles, was von seinem persönlichen Rhythmus und seiner Bequemlichkeit abweicht, wird nicht als familiäre Fürsorge, sondern als persönlicher Angriff auf ihn gewertet.

5. In dem Moment, in dem du endlich entspannst, lachst und eine schöne Zeit hast, werden sie gereizt oder sorgen für schlechte Stimmung.

Dieser Punkt ist für viele Frauen der schmerzhafteste und verwirrendste überhaupt. Es gibt diese seltenen Momente auf Ausflügen, in denen scheinbar alles gut läuft. Die Kinder spielen harmonisch, du lehnst dich zurück, du lachst herzlich über eine Situation. 

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Du lässt die Schultern fallen und diese ständige, kräftezehrende Wachsamkeit (die innere Frage: „Wie ist seine Laune gerade? Was muss ich tun, um ihn ruhig zu halten?„) weicht einer echten, tiefen Entspannung.

Doch exakt das ist der Auslöser. Ohne jeden ersichtlichen logischen Grund ändert sich seine Mimik. Er fängt plötzlich an, an dir herumzunörgeln. Er kritisiert deine Art zu fahren, dein Outfit, die Art, wie du das Essen bestellt hast, oder eine Aussage, die du vor Stunden getroffen hast. Oder er zieht sich abrupt in ein eisiges, strafendes Schweigen zurück. Die Leichtigkeit des Tages zerbricht augenblicklich in tausend Stücke.

Was steckt dahinter?
Menschen mit stark narzisstischen Verhaltensweisen brauchen Aufmerksamkeit wie Sauerstoff zum Atmen. Wenn du glücklich und tiefenentspannt bist, ruhst du in dir selbst. Du bist in diesem speziellen Moment emotional völlig unabhängig von ihm. Du himmelst ihn nicht an, du löst keine seiner Probleme, du umschiffst keine Klippen, du bist einfach nur du selbst, und es geht dir gut. 

Dieser Zustand erzeugt in ihm ein unbewusstes, aber massives Gefühl von Kontrollverlust und tiefem Neid. Um die absolute Aufmerksamkeit wieder auf sich zu lenken, muss er die „emotionale Temperatur“ im Raum drastisch verändern. Wenn er aus dem Nichts gereizt oder beleidigt ist, kreist deine gesamte Gedankenwelt sofort wieder nur um ihn. 

Du wirst unsicher, du fragst: „Was ist los? Habe ich etwas falsch gemacht?“ und exakt in dieser Sekunde ist sein Ziel erreicht. Er ist wieder das emotionale Epizentrum der Familie, nach dem sich alle richten müssen. Deine Unabhängigkeit wurde erfolgreich im Keim erstickt.

6. Noch bevor der Ausflug oder Urlaub vorbei ist, entsteht irgendein Streit oder eine angespannte Situation und am Ende erinnert sich kaum jemand an die schönen Momente davor.

Der Urlaub oder der Tag neigt sich dem Ende zu. Vielleicht war es zwischendurch anstrengend, aber es gab durchaus auch sehr schöne, friedliche Stunden. Nun steht die Abreise an. Der letzte Abend, das finale Kofferpacken im Hotelzimmer oder die stundenlange Heimfahrt im Auto.

Pünktlich zum großen Finale kommt es zum Knall. Ein geradezu lächerlicher Anlass – ein falsch zusammengelegtes Handtuch, eine verpasste Autobahnausfahrt, ein kurz weinendes Kind auf dem Rücksitz, führt zu einer gewaltigen, lauten und oft stundenlangen Eskalation. Vorwürfe werden laut, alte, längst begrabene Konflikte werden gnadenlos auf den Tisch gebracht. 

Wenn ihr schließlich abends die Haustür aufschließt, seid ihr alle nur noch völlig erschöpft, zutiefst traurig und den Tränen nahe. Von den schönen Tagen am Strand redet niemand mehr.

Was steckt dahinter?
Das menschliche Gehirn merkt sich das Ende einer Erfahrung besonders stark (in der Verhaltensforschung oft als „Peak-End-Rule“ bezeichnet). Das letzte Gefühl überschreibt sehr oft alle vorherigen Eindrücke. Dass ausgerechnet am Ende eines Urlaubs regelmäßig alles eskaliert, ist absolut kein Zufall und kein Pech. Es ist ein unbewusster, aber systematischer Mechanismus, um die „Bilanz“ des Urlaubs in seinem Sinne zu manipulieren. 

Wenn der Urlaub harmonisch enden würde, müsstet ihr alle zufrieden sein. Es gäbe keinen Grund zur Unzufriedenheit und keinen Grund für ihn, sich zu beklagen. Durch die von ihm provozierte Eskalation am Schluss stellt er jedoch sicher, dass alle mit einem Gefühl der Schuld, der Schwere und der Anspannung nach Hause kommen. 

Es erlaubt ihm, sich weiterhin als das „Opfer“ seiner ach so anstrengenden, undankbaren Familie zu sehen. Die schönen Erinnerungen, in denen ihr als Familie tatsächlich funktioniert habt, werden durch das dramatische Ende regelrecht aus eurem familiären Gedächtnis radiert. Übrig bleibt nur das Gefühl: Es hat wieder nicht geklappt.

7. Das traurige Ende: Irgendwann freust du dich überhaupt nicht mehr auf gemeinsame Urlaube und Familienausflüge, weil du schon vorher weißt, wie sie wahrscheinlich enden werden.

Dies ist die unausweichliche, tragische Konsequenz aus all den oben genannten Punkten. Wenn man als Frau jahrelang alles versucht hat, wenn man im Vorfeld perfekt organisiert hat, die Kinder ermahnt hat, leise zu sein, wenn man auf eigene Bedürfnisse verzichtet hat, nur um immer und immer wieder enttäuscht und verletzt zu werden, dann verändert sich etwas tief in der eigenen Seele. 

Wo früher kindliche Vorfreude war, macht sich nun schon Wochen vor einem geplanten Ausflug ein schweres Gefühl der Angst und Anspannung in der Magengegend breit. Wenn Freundinnen von ihren tollen Urlaubsplänen schwärmen, bleibst du still. 

Du beginnst heimlich, Ausreden zu suchen, um bestimmte Wochenendausflüge abzusagen. Wenn doch ein gemeinsamer Urlaub ansteht, planst du insgeheim schon Notfallstrategien, um Eskalationen zu vermeiden. Du bist im ständigen Alarmzustand. Du funktionierst nur noch wie eine Maschine, statt zu genießen. Die pure Aussicht auf „gemeinsame Familienfreizeit“ schnürt dir die Kehle zu.

Was bedeutet das für dich?
Liebe Frauen, wenn ihr an diesem Punkt angekommen seid, ist es von enormer Wichtigkeit, dass ihr ganz sanft, verständnisvoll und nachsichtig mit euch selbst seid. Dieses Gefühl der mangelnden Vorfreude ist definitiv kein Zeichen dafür, dass ihr schlechte, undankbare Mütter seid oder eure Familie nicht liebt! Ganz im Gegenteil. 

Es handelt sich hierbei um einen hochintelligenten, biologischen Schutzmechanismus eurer Psyche, vergleichbar mit einer erlernten Schutzreaktion. Euer Nervensystem hat über Jahre durch harte Fakten gelernt: Vorfreude tut weh, weil sie am Ende ohnehin bestraft wird. 

Diese Ausflüge dienen nicht der Erholung, sie sind ein emotionales Minenfeld. Euer Körper schützt euch durch das Abschalten der Vorfreude schlichtweg davor, nicht immer wieder aus so großer Fallhöhe ungebremst in die bittere Enttäuschung zu stürzen. Es ist eine völlig normale, gesunde Reaktion auf eine zutiefst ungesunde und belastende Dauerbelastung.

Ein Wort zum Abschluss: Was all diese Muster gemeinsam haben

Wenn wir all diese sieben Punkte sachlich zusammenfassen, erkennen wir einen kristallklaren roten Faden. Bei all diesen Konflikten geht es niemals wirklich um das zu teure Eis, das verpasste Foto oder die Toilettenpause. Es geht immer um drei fundamentale Dinge:

  1. Die absolute Kontrolle über die Stimmung: Er entscheidet, wann gelacht wird und wann alle still zu sein haben.
  2. Die Kontrolle über die Aufmerksamkeit: Der Fokus muss zwingend bei ihm liegen, nicht bei der gemeinsamen Freude der Familie.
  3. Das Verhindern echter Verbundenheit: Wahre emotionale Nähe, unbeschwerte Erinnerungen und ein echtes „Wir-Gefühl“ werden systematisch sabotiert, weil sie ihm fremd und bedrohlich sind.

Wie geht es nun weiter?

Der allerwichtigste Schritt zur Heilung und zum Umgang mit dieser harten Realität ist das Erkennen. Jahrelang habt ihr vermutlich gedacht: Wenn ich beim nächsten Mal nur noch besser plane, wenn ich noch rücksichtsvoller bin, dann wird er zufrieden sein.

Bitte verabschiedet euch heute von diesem Gedanken. Es gibt auf der ganzen Welt keinen perfekten Plan, keine perfekte Logistik und keine perfekte Anpassung, die diese Dynamik aufhalten kann. Sein Verhalten hat rein gar nichts mit eurer Organisation, eurem Aussehen, eurem Verhalten oder den völlig normalen kindlichen Bedürfnissen eures Nachwuchses zu tun. 

Es entspringt einzig und allein seiner eigenen, tiefen inneren Unfähigkeit, Harmonie, echtes Mitgefühl und das Zurückstellen eigener Bedürfnisse auch nur für einen Tag zu ertragen. 

Was könnt ihr konkret tun? Wenn ihr das nächste Mal in einer solchen Situation seid, macht einen mentalen Schritt zurück. Wenn er wieder zwanzig Meter vorausläuft, denkt euch innerlich: Aha, da ist Punkt 1 aus dem Artikel. Er macht es schon wieder.

Wenn er wegen des Geldes schimpft, sagt euch leise: Aha, Punkt 3. Er erträgt meine Freude nicht. Das allein nimmt der Situation oft schon den schlimmsten schmerzhaften Stachel, weil es euch aus der emotionalen Verwirrung herausholt und euch in eine klare, starke Beobachterposition bringt. 

Hört auf, eure eigenen Bedürfnisse und die eurer Kinder unsichtbar zu machen. Macht die schönen Familienfotos einfach von euch und den Kindern allein, diese Bilder sind genauso wertvoll, wenn nicht sogar wertvoller! Lasst euch das Eis schmecken, auch wenn er daneben sitzt und schimpft. Sagt euch innerlich: Das ist sein Problem, nicht meines. Meine Freude gehört mir.

Und manchmal ist die heilsamste Erkenntnis auch die Erlaubnis an sich selbst, kleine Ausflüge in Zukunft ganz bewusst, ohne schlechtes Gewissen, ohne ihn zu planen. Fahrt allein mit den Kindern in den Zoo. Fahrt allein ans Meer. 

Eure Freizeit, eure Nerven und eure wertvollen emotionalen Erinnerungen mit euren Kindern sind kostbar. Lasst nicht zu, dass jemand anderes sie euch systematisch zerstört, nur weil er selbst innerlich nicht in der Lage ist, einfach mal unbeschwert glücklich zu sein. 

Eure Freude ist berechtigt, sie ist wunderschön, und ihr müsst euch niemals dafür entschuldigen. Ihr seid starke, liebevolle Frauen und ihr habt nichts falsch gemacht.

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